Der französische Innenminister Gérald Darmanin spricht bei einem Treffen der europäischen Innenminister in Lille. | EPA

Reform des EU-Asylsystems Geflüchtete aufnehmen oder zahlen

Stand: 03.02.2022 21:58 Uhr

Frankreich will die Reform des Asylsystems in der EU Stück für Stück voranbringen. EU-Staaten, die keine Geflüchteten aufnehmen wollen, sollen dann stattdessen zahlen. Ein Verteilschlüssel und die Höhe der Beiträge sind noch zu verhandeln.

Die Innenminister der EU haben erste Schritte hin zu einer Reform des Asylsystems der Europäischen Union unternommen. Unter anderem sollen künftig jene EU-Staaten, die keine Geflüchteten aufnehmen wollen, stattdessen einen finanziellen Beitrag zahlen müssen, sagte der französische Innenminister Gérald Darmanin nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Lille.

Die EU-Staaten billigten auch einen Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Bildung eines sogenannten Schengen-Rats. Darin sollen die Länder des Schengen-Raums gemeinsam Entscheidungen zur Migrationspolitik treffen.

Frankreich will Reform voranbringen

Frankreich hat derzeit den rotierenden EU-Ratsvorsitz inne und will eine Reform des Asylsystems Stück für Stück voranbringen. Darmanin räumte ein, dass es sehr unterschiedliche Ansichten gebe und noch schwierige Verhandlungen vor ihm und seinen Kollegen lägen. Unter anderem müsse geklärt werden, nach welchem Schlüssel Flüchtlinge verteilt und in welcher Höhe stattdessen Beiträge gezahlt werden sollen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 03. Februar 2022 um 21:07 Uhr.