In Peking wird bei einem Mädchen eine Probe für einen Corona-Test genommen | AFP

Corona-Pandemie China meldet Rekord bei Neuinfektionen

Stand: 24.11.2022 10:14 Uhr

31.444 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in China innerhalb eines Tages registriert worden. Das ist der höchste Wert in der Volksrepublik seit Beginn der Pandemie.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Die Behörden haben landesweit 31.444 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Das ist der höchste Wert seit Pandemiebeginn vor fast drei Jahren. Verglichen mit anderen Ländern und der großen Bevölkerungszahl von 1,4 Milliarden Menschen ist die Zahl relativ gering.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Die chinesische Staats- und Parteiführung verfolgt aber seit dem Ausbruch in Wuhan Anfang 2020 eine strikte Null-Covid-Politik. Das heißt, überall, wo das Virus auftritt, wird mit harten Maßnahmen dagegen vorgegangen: Kontaktnachverfolgung, Zwangsisolation in zentralen Unterkünften, geschlossene Büros und Geschäfte, Ausgangsbeschränkungen in Millionenstädten, Reiseverbote.

Millionen Chinesinnen und Chinesen sind derzeit von solchen Maßnahmen betroffen. Darunter Menschen in der südlichen Wirtschaftsmetropole Guangzhou und in der Hauptstadt Peking.

Wirtschaft leidet unter Null-Covid-Strategie

Dass die Zahlen im ganzen Land zuletzt so stark angestiegen sind, liegt nach Ansicht von Virologen vor allem an neuen hochansteckenden Omikron-Varianten. Die Wirtschaft leidet extrem unter den wiederkehrenden Lockdowns. Das von der Staats- und Parteiführung anvisierte Wachstumsziel von 5,5 Prozent für dieses Jahr dürfte weit verfehlt werden.

Darüber hinaus sind viele Menschen müde von den harten Maßnahmen und ständigen Massentests. Eine Exit-Strategie aus der Null-Covid-Strategie gibt es keine. Millionen ältere Menschen sind nicht ausreichend geimpft. Es wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht, sollte sich das Virus unkontrolliert verbreiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2022 um 05:00 Uhr.