Die chinesischen Astronauten Tang Hongbo, Nie Haisheng, and Liu Boming  | AP

Start am Donnerstag China schickt Astronauten zu neuer Raumstation

Stand: 16.06.2021 10:19 Uhr

Die Mission soll ein neuer Meilenstein der chinesischen Raumfahrt werden: China will am Donnerstag erstmals drei Astronauten zu seiner neuen Raumstation schicken. Dort sollen sie drei Monate verbringen.

China will am Donnerstagmorgen erstmals ein Raumschiff mit drei Astronauten zu seiner im Bau befindlichen Raumstation schicken. Der Start sei für 9.22 Uhr (3.22 Uhr MEZ) geplant, gab die chinesische Raumfahrtbehörde auf einer Pressekonferenz bekannt.

Teil der Mission sind demnach die chinesischen Astronauten Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo. Das erste Modul der Raumstation "Tiangong", die bis Ende 2022 fertig sein soll, war Anfang Mai ins All geschickt worden. Ende Mai folgte ein weiterer Frachtflug mit Material und Treibstoff.

Astronauten bleiben drei Monate im All

Die Astronauten sollen vom Raumfahrtbahnhof "Jiuquan" in der Wüste Gobi starten und drei Monate an Bord des Kernmoduls der neuen Station bleiben. Das Flugprogramm ist eng getaktet: Im September soll ein weiterer Versorgungsflug starten. Im Oktober werden drei weitere Astronauten folgen.

Um die Raumstation fertigzubauen, werden noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht. Im nächsten Jahr sind zusätzlich noch zwei weitere Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant. Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant ihren Dienst einstellen wird, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

China hat in der Raumfahrt massiv aufgeholt

Mit Mond- und Marsmissionen hat China in jüngster Zeit in der Raumfahrt massiv aufgeholt. Mit der ersten bemannten Mission zur neuen Raumstation will die Volksrepublik einen neuen Meilenstein erreichen. Mehrere Weltraumspaziergänge sind während der Mission geplant.

Chinas bisher letzte bemannte Raummission liegt bereits fast fünf Jahre zurück. Die nun geplante Mission ist eine Frage des Prestiges: Schließlich feiert die in Peking herrschende Kommunistische Partei Chinas am 1. Juli ihr hundertjähriges Bestehen. "Tingong" bedeutet "himmlischer Palast", "Tianhe" heißt "himmliche Harmonie".

Im Laufe der nächsten anderthalb Jahre soll der Bau der Raumstation mit elf weiteren Missionen abgeschlossen werden. Dazu gehört das Anbringen von Solarmodulen und zwei Forschungsmodulen. Drei der geplanten Missionen sollen Taikonauten zur Raumstation bringen, um die Besatzung regelmäßig auszutauschen.

Station soll mindestens zehn Jahre im Einsatz sein

Wenn "Tiangong" einmal fertig ist, wird sie laut chinesischer Raumfahrtbehörde rund 90 Tonnen schwer sein und mindestens zehn Jahre lang im Einsatz sein. Der chinesische Stützpunkt im All ist deutlich kleiner als die ISS, er erinnert eher an die sowjetische Raumstation Mir, die von 1986 bis 2001 betrieben worden war.

In den vergangenen Jahrzehnten hat China Milliardensummen in die Raumfahrt gesteckt, um zu den großen Weltraumnationen USA und Russland aufzuschließen. China hat Proben auf dem Mond gesammelt und im Mai einen Rover auf dem Mars landen lassen. Das Streben nach einer eigenen Raumstation war dadurch befördert worden, dass die USA chinesischen Raumfahrern die Nutzung der ISS verweigerten.

Über dieses Thema berichtete SWR2 Impulse am 17. Juni 2021 um 16:05 Uhr.

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Moderation 16.06.2021 • 17:38 Uhr

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