Chinesische Flagge (Archivbild) | dpa

China und Australien Mutmaßliche Laser-Attacke verschärft Streit

Stand: 21.02.2022 14:30 Uhr

Das Verhältnis ist schon länger angespannt, nun kommt ein neuer Vorfall hinzu: Australien wirft China eine Laser-Attacke auf ein Flugzeug vor. China nennt das eine "böswillige" Behauptung, trägt aber nicht zur Aufklärung bei.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai, zzt. Freiburg

Chinas Staatsführung hat Anschuldigungen zurückgewiesen, wonach ein chinesisches Kriegsschiff ein australisches Aufklärungsflugzeug vor der Küste Nordaustraliens mit einem Laser angepeilt und gefährdet hat. Die australischen Darstellungen über den Zwischenfall seien falsch, erklärte Wang Wenbin, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

China beruft sich auf internationales Recht

Das normale Befahren internationaler Gewässer durch chinesische Kriegsschiffe entspreche internationalem Recht und sei völlig in Ordnung. Wang warf Australiens Regierung vor, böswillig falsche Informationen über China zu verbreiten.

Damit dürfte die Angelegenheit noch nicht aus der Welt sein, denn zum konkreten Vorwurf, dass das chinesische Kriegsschiff ein australisches Aufklärungsflugzeug mit einem Laser angepeilt hat, sagte der Sprecher der Staats- und Parteiführung nichts.

Australien fordert Aufklärung

Nach Angaben der australischen Regierung hat sich der Vorfall am Donnerstag ereignet - nördlich von Australien, in der Nähe der Küste. Demnach hat ein chinesisches Kriegsschiff mit einem Laser ein australisches Aufklärungsflugzeug vom Typ P-8 angepeilt. Das sei unprofessionell gewesen und potenziell lebensgefährlich für die Besatzung des Flugzeugs.

Australiens Ministerpräsident Scott Morrison nannte das Verhalten der chinesischen Marine inakzeptabel und rücksichtslos. Er rief die Regierung in Peking auf, den Vorfall zu untersuchen und offene Fragen zu beantworten.

Beziehungen schon länger angespannt

Chinas Staats- und Parteiführung wirft demokratisch regierten Staaten immer wieder vor, unrechtmäßig mit Kriegsschiffen durch die Gewässer südlich von China zu fahren. Im Gegenzug hat sie die Patrouillen ihrer Marine in anderen Teilen der Welt ausgeweitet: zum Beispiel in der Ostsee, im Mittelmeer und in den Meeresgebieten vor Australien.

Die Beziehungen zwischen China und Australien sind äußerst angespannt. Nachdem die Regierung in Canberra von Chinas Führung eine lückenlose Aufklärung über den Ursprung der Covid-19-Pandemie gefordert hat, verhängte diese Wirtschafts- und Handelsstrafen gegen Australien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Februar 2022 um 13:15 Uhr.