Regisseur Wolfgang Petersen (Foto vom 02.07.2019) | dpa

Im Alter von 81 Jahren "Das Boot"-Regisseur Wolfgang Petersen ist tot

Stand: 16.08.2022 21:53 Uhr

Wolfgang Petersen, Star-Regisseur von Filmen wie "Das Boot", "Outbreak", "Air Force One" und "Der Sturm", ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 81 Jahren.

Mit "Das Boot" gelang ihm international der Durchbruch: Der Regisseur Wolfgang Petersen ist nach Angaben seiner Assistentin im Alter von 81 Jahren an Krebs gestorben. Geboren wurde Petersen in Emden, er wuchs in Hamburg auf. In den 1960ern machte er zunächst eine Schauspielausbildung und sammelte nebenbei als Assistent und dann auch Regisseur am Theater Erfahrungen. Von 1966 an studierte er als einer der Ersten an der neu gegründeten Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin.

1971 feierte er mit dem "Tatort"-Krimi "Blechschaden" einen ersten Erfolg. Die "Tatort"-Folge "Reifezeugnis" mit Nastassja Kinski machte ihn und sie dann über Nacht berühmt.

Internationaler Durchbruch mit "Das Boot"

Für sein Kinodebüt "Einer von uns beiden" errang Petersen auf Anhieb 1974 den Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsregisseur. Zum Tabubrecher wurde Petersen 1977 mit dem Kinofilm "Die Konsequenz", der von einer homosexuellen Liebe handelt. 1980 setzte er Lothar-Günther Buchheims Erfolgsroman "Das Boot" über das Schicksal einer U-Boot-Besatzung im Zweiten Weltkrieg um.

Der Film mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer versetzte das Publikum in Begeisterung und bahnte dem Regisseur den Weg nach Hollywood. Bis heute gilt "Das Boot" als eine der erfolgreichsten deutschen Produktionen in den USA. Damals erhielt sie sechs Oscar-Nominierungen und war das bis dahin teuerste deutsche Filmprojekt.

"Ich liebe die großen Geschichten", sagte Petersen einst. "Und ich liebe es, die Leute bei der Hand zu nehmen und in eine Welt einzuführen und sie für zwei oder drei Stunden nicht loszulassen." Psychologische Tiefe und starke Charaktere zeichneten seine Arbeiten aus.

"Das Boot"

Eine Szene aus dem Petersen-Klassiker "Das Boot". Die deutsche Filmkritik war zunächst nicht so begeistert, das Publikum schon.

Hochangesehener Blockbuster-Regisseur

Es folgte die Kinoversion von Michael Endes Kultbuch "Die unendliche Geschichte", bevor Petersen Mitte der 1980er-Jahre nach Hollywood ging. Nach einer anfänglichen Durststrecke wollte ihn einer der ganz großen Stars als Regisseur haben, nämlich Clint Eastwood. Der Film "In the Line of Fire" wurde zum Triumph: Action kombiniert mit Tiefgang, die Kritiker waren begeistert, es wurde ein Kassenerfolg. 

Petersen etablierte sich als einer der Blockbuster-Regisseure in Hollywood - oft waren es Filme mit patriotischer Botschaft. In "Air Force One" etwa rettet der US-Präsident im Alleingang sein Flugzeug vor Terroristen. Sein größter kommerzieller Erfolg war "Troja", ein Historienepos mit Brad Pitt. 

Petersen war in Hollywood hochangesehen. Er gehörte zum kleinen Kreis der Regisseure, denen in Hollywood der "Final Cut" zugestanden wird: die völlige kreative Kontrolle über das eigene Werk.

Nach Angaben seiner Assistentin war Petersen an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Er sei friedlich im Kreis seiner Familie in seinem Haus in Brentwood, einem Teil von Los Angeles, gestorben - mit Ehefrau Maria an seiner Seite.

Mit Informationen von Heiko Rauber, WDR