Dan und Tanya Snyder, Miteigentümer und Geschäftsführer der Washington Commanders, präsentieren Trikots mit dem neuen Team-Namen. | dpa

US-Footballteam Künftig "Commanders" statt "Redskins"

Stand: 02.02.2022 17:57 Uhr

Unter großem öffentlichen Druck hatte das Football-Team aus Washington im Sommer 2020 seinen jahrelang umstrittenen Namen "Redskins" abgelegt. Nun wurde der neue Name bekanntgegeben.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

"Ihr benutzt unsere Kultur und Traditionen als Maskottchen, aber den Völkermord an uns erkennt ihr nicht an", steht auf einem Schild von Demonstranten. Beim Superbowl, dem Finale im American Football in Tampa Bay im Bundesstaat Florida vor einem Jahr protestierten indigene Amerikaner gegen Team-Namen, die von ihnen als abwertend empfunden werden - wie zum Beispiel "Kansas City Chiefs" oder "Chicago Blackhawks".

Claudia Sarre ARD-Studio Washington

Ein junger Mann, der nach eigener Aussage den Algonquin und Maya angehört, sagte damals, er und seine Mitstreiter protestierten stellvertretend für alle Ureinwohner, "um deutlich zu machen, dass wir keine Maskottchen sind. Wir haben es satt. Wir befinden uns im 21. Jahrhundert, und wir müssen immer noch um Respekt kämpfen. Alle denken, es sei eine Ehre, aber das ist es nicht."

Als erstes großes US-Profi Team entschied das Washington Football Team im Juli 2020, seinen schon lange umstrittenen Namen Redskins - auf Deutsch "Rothäute" - abzulegen. Auch von ihrem jahrzehntealten Logo, einem Indianerkopf mit Federschmuck, verabschiedete sich das Football Team. Der Druck von Sponsoren und Öffentlichkeit  war einfach zu groß geworden.

Santana Moss, ein ehemalige Spieler des Teams, begrüßte den Schritt. Er stehe "voll dahinter, neu anzufangen und das, was einige Leute gestört hat, hinter uns zu lassen. Wir müssen das tun, was richtig ist."

Nicht alle Fans sind einverstanden

Seit August vergangenen Jahres ist es auch Fans untersagt, mit Kopfschmuck oder Kriegsbemalung der US-Ureinwohner in die Arena zu gehen. Die Entscheidung zur Namensänderung stand schon lange im Raum und war dann nach dem Tod von George Floyd und der Rassismus-Debatte unvermeidbar geworden.

Allerdings kam sie nicht bei allen Fans gut an. Mark OneWolf Yancey, Mitglied des Stammes der Chiricahua Apachen, kann die Aufregung darum nicht verstehen. Man habe in Washington das Gefühl, mit dem Namen Redskins nichts falsch zu machen, sagte er, als das Team seine Entscheidung getroffen hatte. Seine Erfahrung: "Zu keiner Zeit in meinem Leben wurde das Wort Redskins abwertend benutzt." Tatsächlich ist laut einer ipsos-Meinungsumfrage eine Mehrheit von 55 Prozent der Fans gegen Namensänderungen im Sinne der Political Correctness.

Der neue Name: Einer Hauptstadt würdig

Heute nun gab das Washington Football Team, wie es in den letzten 18 Monaten offiziell hieß, seinen neuen Namen bekannt: "Washington Commanders". Teamchef Ron Rivera sieht in der Umbenennung eine Chance, "aus dem Schatten herauszutreten, mit dem wir es zu tun hatten. Dies ist eine Gelegenheit, neuanzufangen."

Spekulationen um den neuen Namen gab es viele: Sie reichten von "Presidents" über "Armada" bis zu "Red Hogs" und "Defenders".

Der neue Name setzte sich aber schon länger in der Gerüchteküche durch: Er passt zu der US-Hauptstadt, schließlich sind hier Befehlshaber zu Hause.

Über dieses Thema berichtete SWR2 Kultur aktuell am 02. Februar 2022 um 18:40 Uhr.