Helfer transportieren auf einem Flughafen im Mai 2021 medizinische Hilfsgüter, die verschiedene Staaten der Covax-Initiative zur Verfügung gestellt haben. | AFP

US-Impfspenden "Wir teilen, um Leben zu retten"

Stand: 03.06.2021 19:43 Uhr

Angekündigt waren die Spenden bereits, jetzt hat das Weiße Haus Details zur Verteilung der 80 Millionen Corona-Impfdosen bekannt gegeben. US-Präsident Biden betonte: Für ein Ende der Pandemie müsse das Virus weltweit besiegt werden.

Die USA treiben ihre Pläne für eine Abgabe von Corona-Impfstoffen an andere Länder voran. So sollen drei Viertel der 80 Millionen Impfdosen, die als Spende vorgesehen sind, über die internationale Covax-Initiative verteilt werden. Mindestens 75 Prozent des Impfstoffs würden über Covax zur Verfügung gestellt und bis zu 25 Prozent direkt an Länder mit Bedarf geschickt, erklärte das Weiße Haus. Die Auslieferung soll bis Ende Juni erfolgen.

Zunächst sollen etwa 25 Millionen Impfdosen weitergegeben werden, kündigte Präsident Joe Biden an. Davon sollen fast 19 Millionen Dosen über Covax gespendet werden: nach Lateinamerika und in die Karibik, nach Süd- und Südostasien sowie nach Afrika. Etwa sechs Millionen Dosen würden direkt aus den USA gespendet und seien für "regionale Prioritäten und Partner-Empfänger" bestimmt.

Die Impfdosen sollen in Länder wie Kanada und Mexiko gehen, teilte Biden mit, ebenso wie nach Indien, Südkorea, in die Palästinensergebiete und den Irak sowie an Beschäftigte der Vereinten Nationen.

"Wir teilen, um Leben zu retten"

Biden betonte, für ein Ende der Corona-Pandemie müsse das Virus weltweit besiegt werden: "Solange die Pandemie an irgendeinem Ort der Welt wütet, werden Amerikaner verletzlich sein." Die USA würden die Impfdosen nicht teilen, um sich "Gefallen zu sichern oder Zugeständnisse zu erhalten", sagte Biden: "Wir teilen diese Impfstoffe, um Leben zu retten und die Welt dabei anzuführen, die Pandemie zu beenden."

Die US-Regierung hatte bereits Ende April angekündigt, 60 Millionen Impfdosen des Herstellers AstraZeneca an andere Länder abgeben zu wollen. Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns ist in den USA bislang nicht zugelassen. Mitte Mai kündigte Biden dann zusätzliche 20 Millionen Impfdosen der in den USA zugelassenen Vakzine von BioNTech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson an.

Ungleiche Impfstoff-Verteilung

Angesichts der raschen Fortschritte der Impfkampagne in den USA war in den vergangenen Wochen der Druck auf die Regierung gewachsen, mehr Impfdosen zu teilen. In den USA übertrifft das Angebot an Impfstoffen teilweise die Nachfrage.

Die Covax-Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die massive Ungleichheit zwischen reichen Industrieländern und armen Schwellen- und Entwicklungsländern bei den Corona-Impfungen zu verringern.

Die Impfallianz will sicherstellen, dass noch in diesem Jahr in jedem Land die am stärksten gefährdeten 20 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft werden können. Auch Deutschland hatte Mitte Mai angekündigt, zur Unterstützung ärmerer Länder bis Jahresende 30 Millionen Impfdosen spenden zu wollen. Dies soll Teil eines Pakets der EU im Volumen von 100 Millionen Impfdosen sein.

Zuletzt hatte ein Spendenaufruf zur Finanzierung des weltweiten Corona-Impfprogramms die Erwartungen übertroffen. Bei der Online-Veranstaltung mit Regierungen und Stiftungen aus aller Welt kamen zusätzlich 2,4 Milliarden US-Dollar (knapp zwei Milliarden Euro) zusammen, wie die Impfinitiative Gavi mitteilte. Damit stehen nun insgesamt 9,6 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, um in mehr als 90 der ärmsten Länder Corona-Impfkampagnen durchzuführen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. April 2021 um 21:00 Uhr.

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Moderation 03.06.2021 • 23:59 Uhr

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