Der New Yorker Central Park im Januar 2021 | REUTERS

Rassismus-Vorfall im Central Park Staatsanwältin lässt Vorwürfe fallen

Stand: 16.02.2021 21:08 Uhr

Eine Spaziergängerin drohte im New Yorker Central Park einem Afro-Amerikaner mit der Polizei. Dieser hatte sie zuvor aufgefordert, ihren Hund anzuleinen. Ein Verfahren gegen die Frau wegen Rassismus ist nun aber vom Tisch.

Von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Der Fall hatte nicht nur in den USA für Aufsehen gesorgt: Im Mai hatte ein afro-amerikanischer Hobby-Vogelbeobachter im New Yorker Central Park eine weiße Frau aufgefordert, ihren Hund anzuleinen. Das ist laut Parkordnung vorgeschrieben. Die Hundebesitzerin hatte daraufhin zweimal die Polizei angerufen. Ein schwarzer Mann bedrohe ihr Leben, behauptete sie.

Peter Mücke ARD-Studio New York

Video entfachte Debatte

Der Vogelbeobachter hatte den Vorfall gefilmt. Das Video, das seine Schwester später online stellte, wurde innerhalb kürzester Zeit millionenfach geklickt und entfachte eine Rassismus-Debatte in den USA.

Die Frau entschuldigte sich später, juristisch hatte der Fall aber ein Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft ermittelte, hat aber jetzt das Verfahren eingestellt, nachdem die Frau ein Training zur Vermeidung von Rassismus im Alltag absolviert hat.

41-Jährige verlor Job

Die zuständige Staatsanwältin lies die Vorwürfe fallen, weil die Therapeutin ihr nach fünf Sitzungen berichtet habe, dass es für ihre Klientin eine bewegende Erfahrung gewesen sei und sie viel gelernt habe. Ihren Job bei einem Versicherungsunternehmen hat die heute 41-Jährige aber trotzdem verloren. Der Hobby-Vogelbeobachter hat über den Vorfall im Central-Park einen Comic veröffentlicht.