Der Criminal Court in Manhattan | AFP

Prozess in New York Trump-Firma wegen Steuerbetrugs verurteilt

Stand: 06.12.2022 22:58 Uhr

Eine Jury in New York sprach die "Trump Organization" der Steuerhinterziehung schuldig. Führungskräfte des Unternehmens hätten jahrelang und systematisch Steuern hinterzogen. Der Firma drohen nun Geldstrafen.

Das Familienunternehmen von Ex-US-Präsident Donald Trump ist wegen Steuerbetrugs verurteilt worden. Die Geschworenen einer Jury sprachen die Trump Organization in allen 17 Anklagepunkten schuldig, wie der oberste Staatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, erklärte. Trump selbst war nicht angeklagt.

Langjähriger Finanzchef hatte ausgesagt

Während des Prozesse hatte sich der angeklagte langjährige Finanzchef des Unternehmens, Allen Weisselberg, schuldig bekannt. Er hatte bei seiner Aussage eingestanden, dass er und andere Angestellte jahrelang systematisch den Fiskus hintergangen hätten. Vergünstigungen wie Luxusautos und teure Wohnungen seien nicht versteuert worden. Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Trump von der Praxis gewusst hat, was dieser zurückweist.

Mit seiner Aussage entging der heute 75-jährige Weisselberg einer möglichen Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Er musste stattdessen insgesamt knapp zwei Millionen US-Dollar an fälligen Steuern und Strafe zahlen und erhielt fünf Monate Haft sowie fünf weitere Jahre auf Bewährung. Auch die Trump Organization, die unter anderem Hotels und Golfplätze betreibt, muss mit weiteren Geldstrafen rechnen, deren Höhe am 13. Januar verkündet werden soll.

Geldstrafen dürfte eher gering ausfallen

Besonders hoch werden diese allerdings nicht ausfallen: Es drohen lediglich Strafzahlungen in Höhe von bis zu 1,6 Millionen US-Dollar - eine relativ kleine Summe für ein Unternehmen dieser Größe. Allerdings könnte das Urteil Auswirkungen auf zukünftige Geschäfte der Firma haben.

Trump bezeichnete den Prozess als politisch motivierte Hexenjagd, angezettelt von Demokraten. Gegen die Trump Organization und auch Trump selbst wird noch in weiteren Verfahren ermittelt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Juli 2021 um 13:21 Uhr.