UN-Generalsekretär Antonio Guterres | EPA

Auftakt des UN-Ernährungsgipfels "Nahrung ist Leben und Hoffnung"

Stand: 24.09.2021 02:09 Uhr

Mehr als 800 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Zugleich setzt die Lebensmittelproduktion der Umwelt zu. UN-Chef Guterres hat nun auf "naturbasierte Lösungen" und nachhaltigen Konsum gedrängt.

Die Zahlen sind ernüchternd: Mehr als 800 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen - das sind nach Angaben der Vereinten Nationen zehn Prozent der Weltbevölkerung. Fast drei Milliarden haben keinen Zugang zu einer gesunden Ernährung. Ein Drittel der produzierten Nahrungsmittel verderben oder werden weggeworfen.

Aber gleichzeitig ist die Lebensmittelproduktion für ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat deshalb den Aufbau neuer Ernährungssysteme gefordert, die auch im Einklang mit der Natur stehen.

"Krieg gegen den Planeten muss aufhören"

Dafür seien "ein nachhaltiger Konsum, nachhaltige Produktionsmethoden und naturbasierte Lösungen" notwendig, sagte er zum Auftakt eines zweitätigen Ernährungsgipfels am Rande der UN-Generalversammlung. "Der Krieg gegen unseren Planeten muss aufhören und die Ernährungssysteme können dabei helfen, diesen Frieden zu schaffen.“

Es sei möglich, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, sagte der UN-Generalsekretär. Guterres forderte eine "intelligente, nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen - von der Landwirtschaft bis zur Fischerei".

Hunger auf der Erde bis 2030 besiegen?

"Essen bedeutet Leben. Und Essen bedeutet Hoffnung", sagte Guterres. Er forderte, Ernährungssysteme müssten die Gesundheit und das Wohlergehen aller Menschen befördern, den Planeten schützen und den Wohlstand unterstützen. Er sprach von großen Ungleichgewichten, die angegangen werden müssten. So gebe es einerseits Milliarden von Menschen mit Übergewicht. Andererseits hätten viele Millionen nicht genug zu essen. Er verwies auf "ruinierte Ernten, schwindende Einkommen und scheiternde Nahrungsmittelsysteme". 

Auf der Konferenz sollen Vertreter von Organisationen, Regierungen und Agrarunternehmen ihre Strategien und Programme bündeln, um den Hunger auf der Erde bis 2030 zu beseitigen - eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Weltbank-Präsident Malpass warnte in einer Videobotschaft, dass der Klimawandel, die Corona-Pandemie und regionale Konflikte die Ernährung in vielen Ländern zusätzlich erschwerten.

Mit Informationen von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete BR24 im Radio am 24. September 2021 um 06:36 Uhr.