Prinz Andrew bei der Beeridigung von Prinz Philipp im April 2021. | REUTERS

Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Klageschrift an Prinz Andrew überstellt

Stand: 11.09.2021 12:52 Uhr

Der zweitälteste Sohn von Queen Elizabeth II. hat eine Klageschrift wegen sexuellen Missbrauchs überstellt bekommen. Die Klägerin, die angibt, mit 17 Jahren von Prinz Andrew missbraucht worden zu sein, fordert Schadenersatz.

Der britische Prinz Andrew hat eine Klageschrift wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen in den USA erhalten. Den seit Freitag einsehbaren Gerichtsakten zufolge überreichte ein Vertreter der Klägerin Virginia Giuffre bereits am 27. August die Unterlagen einem Polizisten am Eingang zur Residenz des Prinzen im englischen Windsor. Vom Datum der Aushändigung an hat der zweite Sohn von Königin Elizabeth 21 Tage Zeit, zu reagieren.

Die heute 38-jährige Virginia Giuffre wirft dem Prinzen vor, sie 2001 mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Damals war sie 17 Jahre alt und und wurde nach eigenen Angaben vom inzwischen verstorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein zum Sex mit Andrew gezwungen. Missbraucht habe Andrew sie im Haus von Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell in London. Außer in London hätte der sexuelle Missbrauch aber auch in Epsteins Haus in New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik stattgefunden.

Giuffre hatte die Klage am 9. August vor einem Zivilgericht in New York eingereicht, eine erste Anhörung ist für Montag angesetzt. An dieser muss Andrew allerdings nicht teilnehmen. Giuffre verlangt vom 61-jährigen Prinzen Schadenersatz. Sollte Andrew versuchen, die Klage zu ignorieren, könnte das Gericht gegen ihn vorgehen. "Reagieren Sie nicht, wird gegen Sie ein Versäumnisurteil in Bezug auf die in der Klage geforderten Ansprüche erlassen", schrieben Giuffres Anwälte. Stellt sich der Prinz jedoch dem Prozess, könnte ihm dieser jahrelang schlechte Schlagzeilen bescheren.

Andrew bestreitet Vorwürfe

Die Vorwürfe gegen den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. stehen schon seit 2019 im Raum. Er bestritt die Anschuldigungen stets und erklärte, sich nicht an ein Treffen mit Giuffre erinnern zu können, trat aber nach einem verunglückten TV-Interview 2019 von seinen royalen Pflichten zurück. Der ehemalige Hubschrauberpilot und Kriegsveteran ist geschieden und hat zwei Kinder.

Der Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der bestens vernetzte und bereits wegen Sexualverbrechen verurteilte Investmentbanker war nach seiner neuerlichen Festnahme 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden worden, nach offiziellen Angaben hatte er sich das Leben genommen.