Ein Transparent zeigt die Porträts der 43 in Mexiko verschleppten Studenten. | AFP

Mexiko Vermisste Studenten für tot erklärt

Stand: 19.08.2022 08:01 Uhr

2014 verschwanden in Mexiko 43 Studenten - nachdem sie von korrupten Polizisten verschleppt worden waren. Bis heute ist ihr Schicksal ungeklärt. Trotzdem hat die Regierung die jungen Männer nun für tot erklärt.

Acht Jahre nach der Verschleppung von 43 Studenten in Mexiko hat die Regierung die jungen Männer für tot erklärt.

"Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Studenten noch am Leben sind", sagte der mexikanische Staatssekretär für Menschenrechte, Alejandro Encinas. Das sei den Angehörigen der Studenten bei einem Treffen mit Präsident Andrés Manuel López Obrador mitgeteilt worden.

Studenten von Polizisten verschleppt

Korrupte Polizisten hatten die Studenten eines Lehrerseminars in Iguala im Bundesstaat Guerrero im September 2014 verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos übergeben. Die Hintergründe der Tat sind noch immer nicht vollständig aufgeklärt.

Erste Ermittlungen unter der damaligen Regierung von Enrique Peña Nieto kamen zum Ergebnis, die Studenten wären auf einer Müllkippe verbrannt worden. Das erwies sich jedoch als falsch.

Schwerer Vorwurf an das Militär

Bislang konnten nur Knochenfragmente von drei der Studenten identifiziert werden. Eltern der Vermissten hatten dennoch bis zuletzt gehofft, ihre Söhne lebend zu finden.

Encinas, der auch Leiter Wahrheitskommission ist, macht das Militär nun mitverantwortlich für das Verschwinden. Die Militärangehörigen hätten die Studenten retten können, erklärte er und betonte, es habe sich um ein Staatsverbrechen gehandelt. Die Ermittlungen sollen fortgesetzt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2022 um 05:00 Uhr.