Elizabeth Holmes | dpa

Frühere Bluttest-Unternehmerin Holmes legt Berufung ein

Stand: 06.12.2022 09:10 Uhr

Sie galt als Silicon-Valley-Ikone und Tech-Pionierin, doch dann kam der Absturz: Die frühere Bluttest-Unternehmerin Holmes wurde wegen Betrugs an Investoren zu elf Jahren Haft verurteilt. Nun legt sie Berufung ein.

Die frühere Star-Jungunternehmerin Elizabeth Holmes legt Berufung gegen ihre Verurteilung zu elf Jahren Haft im Betrugsprozess um ihr Unternehmen Theranos ein. Das teilte ein Berufungsgericht in Kalifornien mit. Holmes und ihre Anwälte haben demnach bis zum 3. März Zeit, Schriftsätze und Prozessunterlagen einzureichen.

Im Januar hatte eine Geschworenen-Jury die 38-Jährige in vier Punkten des Betrugs an Investoren schuldig gesprochen. US-Bezirksrichter Edward Davila verhängte Mitte November eine Haftstrafe von elf Jahren. Das Gericht hatte sich für ein geringeres Strafmaß entschieden als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre. Die Verteidigung hatte allerdings für maximal anderthalb Jahre Haft plädiert.

Ihre Haftstrafe muss Holmes nicht vor dem 27. April des kommenden Jahres antreten. Sie ist derzeit schwanger. Ihre Anwälte hatten bereits nach der Urteilsverkündung angekündigt, Berufung einlegen zu wollen.

Holmes soll Investoren getäuscht haben

Holmes wird vorgeworfen, als Geschäftsführerin von Theranos Investoren getäuscht und um Hunderte Millionen US-Dollar gebracht zu haben. Sie soll die Investoren fälschlicherweise davon überzeugt haben, Theranos habe ein revolutionäres Gerät für Bluttests entwickelt. Sie wurde mit dem Fall zu einem Symbol für die Kultur unverfrorener Selbstvermarktung im Silicon Valley.

Im Alter von nur 19 Jahren hatte Holmes 2003 Theranos gegründet. Das Unternehmen warb mit einer herausragenden Technologie für besonders schnelle, effektive und kostengünstige Bluttests. Holmes wurde als Tech-Pionierin gefeiert und gewann neben finanzkräftigen Investoren auch prominente Unterstützer.

Strafmaß für früheren Geschäftspartner steht noch aus

Holmes selbst wurde zur Milliardärin. Berichte des "Wall Street Journal" deckten schließlich auf, dass die Technologie gar nicht funktioniert. Die Unternehmerin bestritt, Investoren betrogen zu haben, und beteuerte, an das Potenzial ihrer Technologie geglaubt zu haben.

Sie machte außerdem ihren Ex-Freund und früheren Geschäftspartner Ramesh "Sunny" Balwani für den Skandal verantwortlich, der im Juli ebenfalls des Betrugs schuldig gesprochen wurde. Das Strafmaß für ihn steht noch aus.