Polizisten laufen über das Dach eines Gefängnisses in Guayaquil, Ecuador. | dpa

Bandenkrieg in Ecuador Viele Tote bei Gefängnisaufstand

Stand: 13.11.2021 20:58 Uhr

Bei erneuten Zusammenstößen rivalisierender Banden in einem Gefängnis in Ecuador sind mindestens 68 Insassen getötet worden. Bereits im September waren bei einem Aufstand in derselben Haftanstalt mehr als 100 Insassen gestorben.

Bei erneuten gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem Gefängnis in Ecuador sind mindestens 68 Häftlinge ums Leben gekommen. Zudem seien in der Haftanstalt Guayas N1 in der Nähe der Hafenstadt Guayaquil mindestens 25 Insassen verletzt worden, schrieb die ecuadorianische Staatsanwaltschaft auf Twitter.

Die Polizei stellte nach Angaben der ecuadorianischen Zeitung "El Universo" Schusswaffen und Sprengsätze sicher. Zuvor hatte die Polizei Ecuadors auf Twitter geschrieben, dass es in der Haftanstalt einen Einsatz gebe, um die Ordnung wiederherzustellen und das Gefängnis unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei habe durch ihr Eingreifen "Menschenleben gerettet", sagte der Gouverneur der Provinz Guayas, Pablo Arosemena.

118 Tote bei Aufstand im September

Die Kämpfe zwischen Häftlingen begannen demnach am Freitag. Anwohner des Gefängnisses berichteten, sie hätten stundenlang Schüsse und Explosionen gehört, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Im September hatte es bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden im selben Gefängnis mindestens 118 Tote gegeben; 79 Insassen wurden damals verletzt. Es war das bislang schwerste Massaker im ecuadorianischen Strafvollzug.

Im Juli starben bei Krawallen in Haftanstalten insgesamt 21 Menschen. Im Februar waren bei heftigen Zusammenstößen in mehreren Gefängnissen 79 Menschen getötet worden.

Ausschreitungen zwischen Rivalen

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern rivalisierender Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa.

Ecuadors Präsident Guillermo Lasso verhängte im Oktober den Ausnahmezustand, um der Polizei im Kampf gegen die Drogenkriminalität mehr Freiheiten zu geben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2021 um 22:00 Uhr.