Blick auf Häuser in Manaus (Brasilien), die vom Wasser des Flusses Negro überflutet sind. | dpa

Amazonas-Gebiet Jahrhundert-Hochwasser in Brasilien

Stand: 02.06.2021 11:58 Uhr

In Brasilien steht fast der gesamte Bundesstaat Amazonas nach Regenfällen unter Wasser. Besonders betroffen ist die Metropole Manaus. Es wird erwartet, dass das Wasser weiter steigt.

Die Flüsse rund um die brasilianische Amazonas-Metropole Manaus haben nach starkem Regen Rekordstände erreicht und heftige Überschwemmungen verursacht. So wies der Rio Negro, der bei Manaus in den Amazonas mündet, mit 29,98 Meter den höchsten Wasserstand seit dem Jahr 1902 auf, wie das Nachrichtenportal "G1" berichtete.

Beim historischen Hochwasser von 2012 war der Fluss auf 29,97 Meter gestiegen. Die Höhe für "ernsthafte Überschwemmung" liegt bei 29 Metern. Es wird erwartet, dass das Wasser weiter steigt - Meteorologen rechnen mit Pegelständen von mehr als 30 Metern. Ab der kommenden Woche könnte das Hochwasser dann wieder abflauen.

 Karte: Brasilien mit Brasilia und Manaus

Fast der gesamte Bundesstaat betroffen

Das Hochwasser führt nahezu im gesamten Bundesstaat Amazonas, der etwa viereinhalb Mal so groß ist wie Deutschland, zu Überschwemmungen. In fast 60 von 62 Gemeinden verursachte es Schäden, mehr als 450.000 Menschen sind betroffen. Auch der Amazonas erreichte in Städten wie Itacoatiara Höchststände.

Blick auf eine überschwemmte Straße in Manaus | AFP

Die Millionen-Metropole Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates. Bild: AFP

Teile von Manaus evakuiert

In Manaus sind mehr als 24.000 Familien und 15 Stadtteile betroffen, viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Insgesamt wurden in den am stärksten unter Wasser stehenden Gegenden mehr als 9000 Meter Holzbrücken, die sogenannten Marombas, gebaut.

Unter Wasser stehen unter anderem Teile der Hafengegend und des historischen Zentrums von Manaus. Das Wasser drang in Läden ein und überschwemmte den wichtigsten Markt, die Verkäufer wurden mit Booten weggebracht. Manchen Bewohnern, die ausharrten, soll der Fluss laut "G1" Fische in die Küche gespült haben.

Eine Frau trägt Säcke mit Orangen auf einer improvisierten hölzernen Fußgängerbrücke in Manaus. | AP

Die Bewohner bewegen sich über improvisierte Holzbrücken fort Bild: AP

Wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtete, häufen sich Überflutungen in der Region, was vor allem auf den Klimawandel zurückzuführen sei. "In weniger als drei Jahren wiederholt sich ein Ereignis, das eigentlich nur alle 50 Jahre auftreten sollte", sagte Luna Gripp vom Geologischen Dienst Brasiliens der Zeitung. Insgesamt seien sechs der zehn Rekord-Hochwasser in der Millionenstadt Manaus in den vergangenen 20 Jahren aufgetreten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. Juni 2021 um 15:13 Uhr.