Der gewählte US-Präsident Biden in einer Rede an die Nation, nachdem das Wahlleutegremium seinen Sieg bestätigt hatte. | REUTERS

US-Wahl Wahlleute bestätigen Biden-Sieg

Stand: 15.12.2020 03:27 Uhr

Das Wahlleutegremium hat den Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl offiziell bestätigt. Das Votum ist normalerweise Formsache - doch wegen Noch-Amtsinhaber Trump ist in diesem Jahr alles anders.

Der Wahlsieg des künftigen US-Präsidenten Joe Biden ist durch die Abstimmung der Wahlleute aus allen Bundesstaaten des Landes bestätigt worden. Im sogenannten Electoral College erhielt Biden am Montag 306 der insgesamt 538 Stimmen und damit deutlich mehr als die erforderliche Mindestzahl von 270.

Der bisherige Amtsinhaber Donald Trump, der seine Niederlage weiterhin nicht anerkennt, kam auf lediglich 232 Stimmen. Alle Wahlleute hielten sich damit an die Ergebnisse der Wahl vom 3. November. Biden hatte bei der Wahl vor sechs Wochen landesweit mehr als 81 Millionen Wählerstimmen erhalten, rund sieben Millionen mehr als Trump. Der frühere Vizepräsident kam auf 51,3 Prozent der Stimmen, Trump auf 46,8 Prozent.

Biden sagte im Anschluss an die Abstimmmungen, sie seien ein Sieg der Demokratie. "Die Flamme der Demokratie wurde in dieser Nation vor langer Zeit entzündet", sagte der Demokrat in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. "Und wir wissen jetzt, dass nichts - nicht einmal eine Pandemie oder ein Machtmissbrauch - diese Flamme auslöschen kann."

Trump kämpft weiter erfolglos gegen Niederlage

Die Prozedur bis zur Amtsvereidigung am 20. Januar ist üblicherweise eine Formalität. Allerdings weigert sich Trump nach wie vor, seine Niederlage anzuerkennen und kämpft bislang vergeblich vor Gerichten dagegen an. Er scheiterte auch bereits vor dem Obersten US-Gerichtshof.

Biden appellierte an Trump, die eigene Wahlniederlage anzuerkennen. Voller Respekt lege er Trump das nahe, sagte Biden bei seiner Ansprache.

Die Ergebnisse des Electoral College werden nun nach Washington geschickt und am 6. Januar ausgezählt, wenn die zwei Kongresskammern Senat und Repräsentantenhaus dafür in einer gemeinsamen Sitzung zusammenkommen.

Biden will Präsident aller Amerikaner sein

Biden sagte am Abend: "In diesem Kampf um die Seele Amerikas hat die Demokratie gesiegt." Nun sei es an der Zeit, die Gräben zu überwinden und zusammenzukommen. "Wie ich im Wahlkampf sagte, werde ich ein Präsident für alle Amerikaner sein. Ich werde genauso hart für diejenigen von Ihnen arbeiten, die nicht für mich gestimmt haben, wie für diejenigen, die für mich gestimmt haben."

Biden sagte weiter: "Es liegt eine dringende Arbeit vor uns allen: Die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, die Nation gegen dieses Virus zu impfen." Am Montag überstieg die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore die Marke von 300 000. Am selben Tag begannen in den USA die Impfungen gegen Covid-19. Biden hat den Kampf gegen die Pandemie zur Priorität nach seiner Amtseinführung erklärt.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 15. Dezember 2020 um 00:38 Uhr.