Joe Biden | AP

Erste große Fernsehansprache Biden verspricht Impfungen für alle ab Mai

Stand: 12.03.2021 03:45 Uhr

Es war seine erste große Ansprache zur Hauptsendezeit: US-Präsident Biden hat die Bürger dazu aufgerufen, gemeinsam gegen die Corona-Pandemie zu kämpfen. Spätestens ab Mai dürften sich alle Erwachsenen unabhängig vom Alter impfen lassen.

US-Präsident Joe Biden will die Staffelung nach Impfgruppen in der Corona-Pandemie aufheben und die Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen in den USA freigeben lassen. Er werde eine entsprechende Anordnung an die Bundesstaaten erlassen, kündigte Biden in seiner ersten großen Fernsehansprache zur Hauptsendezeit an. Der Präsident rief die US-Amerikaner eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, die Pandemie zu bekämpfen.

Biden stellte den Bürgern in Aussicht, zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen zusammenkommen und feiern zu können. Der Präsident forderte seine Landsleute zugleich dazu auf, weiterhin Vorsichtsregeln einzuhalten. Sollte es Rückschläge bei der Bekämpfung der Pandemie geben, könnten Schutzmaßnahmen wieder verschärft werden. "Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei", warnte Biden. "Es gibt Hoffnung und Licht auf bessere Tage, wenn wir alle unseren Teil dazu beitragen."

Impfungen gehen zügig voran

Biden hatte versprochen, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Impfdosen verabreicht würden. Nach rund der Hälfte dieser Zeit wurde laut Angaben des Weißen Hauses bereits die Marke von 81 Millionen Dosen überschritten.

In den USA leben 330 Millionen Menschen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC hat inzwischen fast jeder vierte Erwachsene mindestens eine Impfstoff-Dosis verabreicht bekommen. Vollständig geimpft sind knapp 13 Prozent der Erwachsenen und mehr als 30 Prozent derjenigen, die 65 Jahre oder älter sind. Erst kürzlich kündigte die Biden-Regierung an, dass die USA beim Hersteller Johnson & Johnson zusätzliche 100 Millionen Impfdosen bestellen würden.

"Wir sind verbunden durch den Schmerz"

Bidens Fernsehansprache war von Empathie geprägt. "Wir sind verbunden durch den Verlust und den Schmerz vergangener Tage", sagte Biden, der den Angehörigen der Pandemie-Opfer sein tiefes Mitgefühl aussprach. Der Demokrat erwähnte seinen Vorgänger Donald Trump nicht namentlich, folgende Worte dürften aber auf den Republikaner bezogen gewesen sein: "Vor einem Jahr wurden wir von einem Virus heimgesucht, dem mit Schweigen begegnet wurde und das sich unkontrolliert ausbreitete", sagte Biden. "Leugnen über Tage, Wochen, dann Monate führte zu mehr Todesfällen, mehr Infektionen, mehr Stress und mehr Einsamkeit."

Exakt ein Jahr vor Biden hatte sich Trump in einer Ansprache zur Corona-Krise an die Nation gewandt. Er verkündete damals einen Einreisestopp für Ausländer aus Europa, der bis heute in Kraft ist. Trump, der die Gefahr durch das Coronavirus immer wieder kleinredete, behauptete vor einem Jahr auch: "Keine Nation ist besser vorbereitet und widerstandsfähiger als die Vereinigten Staaten." Damals hatte die Statistik der Johns-Hopkins-Universität 1100 Coronavirus-Infektionen und 37 Tote in den USA verzeichnet. Inzwischen sind es fast 30 Millionen bestätigte Infektionen und rund 530.000 Tote.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2021 um 08:00 Uhr.