Gedenken Terroranschläge in New York | AFP

Biden weist Überprüfung an Geheime 9/11-Dokumente vor Freigabe

Stand: 03.09.2021 23:10 Uhr

Als Präsidentschaftskandidat hatte Biden versprochen, sich für die Veröffentlichung bislang geheimer Dokumente über die Terroranschläge vom 11. September 2001 einzusetzen. Als US-Präsident wies er nun an, die Freigabe zu prüfen.

US-Präsident Joe Biden hat das Justizministerium und andere Behörden angewiesen, die Freigabe geheimer Dokumente zu den Terroranschlägen vom 11. September zu prüfen. Eine Verordnung verpflichte Justizminister Merrick Garland, entsprechende Dokumente im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Anschlägen innerhalb der kommenden sechs Monate zu veröffentlichen, teilte Biden mit.

Informationen sollten nicht als Verschlusssache eingestuft bleiben, wenn das öffentliche Interesse an der Offenlegung den Schaden für die nationale Sicherheit überwiege, heißt es in der Verfügung. "Als ich für das Amt des Präsidenten kandidierte, habe ich mich verpflichtet, für Transparenz bei der Freigabe von Dokumenten über die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf Amerika zu sorgen", hieß es in einer Mitteilung Bidens.

Hinterbliebene fordern Veröffentlichung von Dokumenten

Mit Blick auf den 20. Jahrestag der Anschläge wolle sich Biden nun Wahlkampf-Versprechen halten. Zuvor hatten einige Familien der Opfer damit gedroht, nicht zu den Gedenkfeierlichkeiten zum 20. Jahrestag zu erscheinen, falls Biden nicht Dokumente freigebe. Ihnen ging es vor allem um Unterlagen, welche die Rolle Saudi-Arabiens bei den Anschlägen beleuchten.

Familien von Opfern der Terroranschläge wollen den Golfstaat schon seit längerem zur Verantwortung ziehen. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das Land, Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida gehabt zu haben. Bei der Mehrheit der Attentäter hatte es sich außerdem um saudische Staatsbürger gehandelt.

Die Kommission zur Aufarbeitung der Anschläge kam in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass es keine Beweise gebe, dass "die saudiarabische Regierung als Institution oder ranghohe saudiarabischer Vertreter" Al-Kaida mitfinanziert hätten. Diese Formulierung wurde von manchen als Hinweis gewertet, dass Regierungsvertreter auf niedrigeren Positionen eine Rolle gespielt haben könnten.

20. Jahrestag der Anschläge

Am 11. September 2001 steuerten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington. Ein weiteres entführtes Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Die USA begehen in diesem Jahr den 20. Jahrestag der Terroranschläge und erinnern an die Opfer. "Wir dürfen nie den anhaltenden Schmerz der Familien der 2977 unschuldigen Menschen vergessen, die beim schlimmsten Terrorangriff in der Geschichte gegen Amerika getötet wurden", erklärte Biden. "Für sie war es nicht nur eine nationale und internationale Tragödie. Es war eine persönliche Zerstörung."

In dem Erlass heißt es, die Regierung müsse "maximale Transparenz" an den Tag legen. Unterlagen müssten deswegen veröffentlicht werden, es sei denn, es sprächen sehr starke Gründe dagegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. September 2021 um 22:35 Uhr.

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