Biden bei einem Auftritt im Tidewater Community College in Norfolk | REUTERS

Hackerangriff auf US-Pipeline Biden bittet Bürger, kein Benzin zu horten

Stand: 13.05.2021 20:23 Uhr

Nach einem Hackerangriff auf eine US-Pipeline kommt es in den USA zu Engpässen. Präsident Biden forderte die Bürger auf, kein Benzin zu horten. Zudem sagte er, dass die Täter offenbar aus Russland kämen.

Nach dem Hackerangriff auf eine große Pipeline hat US-Präsident Joe Biden die Bürger angesichts örtlicher Engpässe bei der Benzinversorgung aufgefordert, nicht in "Panik" zu verfallen. "Kaufen Sie in den nächsten Tagen nicht mehr Benzin, als Sie brauchen", sagte Biden. Die Versorgung werde sich in den kommenden Tagen wieder normalisieren, und Panikkäufe würden das nur hinauszögern.

Biden erklärte, die Pipeline solle bereits heute wieder mit voller Kapazität im Einsatz sein, woraufhin sich die Engpässe zum Wochenende oder spätestens Anfang nächster Woche auflösen dürften.

Auch zu den mutmaßlichen Tätern äußerte sich der US-Präsident. Es gebe starke Anhaltspunkte, dass die Hacker in Russland leben würden. Moskau sei aber nicht in den Angriff verwickelt gewesen. "Wir glauben nicht, dass die russische Regierung in diesen Angriff involviert war", sagte Biden. Die USA hätten Russland aber aufgefordert, gegen die Täter und solche Cyberangriffe und Erpressungsversuche vorzugehen.

Osten der USA besonders betroffen

Nach dem Cyberangriff auf die größte Benzin-Pipeline in den USA kommt es regional zu Versorgungsengpässen. Tausende Tankstellen im Osten des Landes haben kein Benzin mehr, an funktionierenden Zapfsäulen bildeten sich lange Schlangen.

In einigen Gebieten ging nach Angaben der spezialisierten Website GasBuddy in 70 Prozent der Tankstellen das Benzin aus. In Virginia seien 53 Prozent der Tankstellen betroffen, in South Carolina und in Georgia sei es jeweils knapp jede zweite. Auch in der Region um Washington berichteten Autofahrer von langen Schlangen an den Zapfsäulen.

Die Benzinpreise sind auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2014 angestiegen. Rund ein Dutzend Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen.

Pipeline läuft wieder - Normalversorgung dauert aber

Der Pipeline-Betreiber war vergangene Woche Ziel eines Angriffs mit einem Erpressungstrojaner geworden. Die vom Volumen her größte Pipeline der USA, die von Houston bis in den Großraum New York führt, wurde deswegen vorübergehend stillgelegt.

Inzwischen nahm die Colonial Pipeline den Betrieb wieder auf. Der Betreiber warnte jedoch, es werde "mehrere Tage" dauern, bis die Kraftstoffversorgung wieder normal sei.

Autos stehen vor einer Tankstelle in Charlotte (North Carolina, USA) in einer Schlange.

Dort, wo es geht, wird getankt: An vielen Tankstellen im Osten der USA gibt es lange Schlangen.

Hintergründe des Hackerangriffs unklar

Viele Hintergründe des Cyberangriffs sind unklar. So ist etwa unbekannt, wie viel Geld die Hackergruppe DarkSide, die als verantwortlich für die Attacke gilt, von Colonial erpressen wollte.

Das Unternehmen hielt sich bislang auch bedeckt dazu, ob überhaupt Geld gezahlt wurde. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet allerdings, Colonial habe den Hackern wenige Stunden nach dem Angriff fünf Millionen US-Dollar in einer nicht zurückverfolgbaren Kryptowährung gezahlt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Mai 2021 um 11:00 Uhr sowie NDR Info um 22:50 Uhr.