Eine Drohne  fliegt bei Sonnenuntergang über eine Wiese | Bildquelle: dpa

Flugsicherheit Drohne kommt Kampfjet gefährlich nahe

Stand: 14.06.2019 14:28 Uhr

Im Mai ist es zu einer gefährlichen Begegnung im süddeutschen Luftraum gekommen: Eine Drohne der Polizei und ein Tornado-Kampfflugzeug der Bundeswehr kamen sich sehr nahe.

Von Holger Schmidt, ARD-Sicherheitsexperte

Der Vorfall ereignete sich nach SWR-Recherchen am 10. Mai über Enkenbach-Alsenborn (Kreis Kaiserslautern) und wurde polizeiintern als sehr gefährlich eingeschätzt. Eine Spezialeinheit der Polizei Rheinland-Pfalz übte Drohnenflüge bei Enkenbach-Alsenborn in einer Höhe unterhalb 300 Meter, bestätigt das zuständige Polizeipräsidium Einsatz in Mainz dem SWR.

"Gefährliche Annäherung"

Was dann passierte, darüber gehen die Darstellungen allerdings auseinander. Klar ist, dass zum gleichen Zeitpunkt mindestens ein Tornado-Kampfflugzeug des Luftwaffengeschwaders 33 im rheinland-pfälzischen Büchel den Bereich Enkenbach-Alsenborn im Tiefflug passierte. Dieser Tiefflug war für eine Mindestflughöhe von 150 Meter angemeldet, sagt die Luftwaffe.

In einem internen Polizei-Schreiben, das dem SWR vorliegt, heißt es dazu, zwei Jets seien unter der Drohne hindurch geflogen, es sei zu einer "gefährlichen Annäherung" gekommen. Offiziell sagt die Polizei allerdings, die Jets seien "seitlich in einem Abstand von 300 Metern" an der Drohne vorbeigeflogen.

Drohnen legen Flughafen London-Gatwick lahm
tagesschau 20:00 Uhr, 20.12.2018, Julie Kurz, ARD London

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Der Akku ist gefährlich

Unklar ist, welche Folgen eine Kollision zwischen Drohne und Jet gehabt hätte. Zwar sind Kampfflugzeuge auf Vogelschläge ausgelegt, doch Drohen bestehen aus viel festeren Materialien, erklären Experten. "Vor allem der Akku gilt als Risiko", sagt Andreas Strohmayer vom Institut für Flugzeugbau an der Universität Stuttgart. Derzeit gebe es verschiedene internationale Forschungsprojekte, um die Auswirkungen von Drohnenunfällen zu testen. "Es ist das Szenario, das wir alle befürchten", so Strohmayer über eine Kollision mit einer Drohne. Bezogen auf ein Kampfflugzeug gebe es dazu aber noch keine Erfahrungswerte.

Bundesländer ziehen Konsequenzen

Passiert ist glücklicherweise nichts, doch die Polizei zieht Konsequenzen: Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie weitere Bundesländer haben deshalb entschieden, Drohnen vorläufig nicht höher als 120 Meter aufsteigen zu lassen. Privatpersonen ist der Flug in größerer Höhe ohnehin nicht erlaubt. Nun wird ein Weg gesucht, wie es künftig zu einer besseren Abstimmung mit der Luftwaffe kommen kann, damit sich so ein gefährlicher Vorfall nicht wiederholt.

Klare Regeln im Luftraum

Im Luftraum über Enkenbach-Alsenborn waren die Regeln allerdings klar: Für Drohne und Kampfjet galten Sichtflugregeln, "see and avoid" heißt das Prinzip, wonach der Pilot Gefahren erkennen und ihnen ausweichen muss. Wegen der geringen Höhe von weniger als 300 Metern war die Deutsche Flugsicherung nicht zuständig, heißt es dort.

Polizei ruft auf Bürgertelefon an

Deswegen hätte es auch nichts geholfen, wenn die Polizei den Flug ihrer Drohne bei der Flugsicherung angemeldet hätte - wie es laut internen Polizeiunterlagen vor der Übung geschehen sei. Doch ein solcher Hinweis ist der Deutschen Flugsicherung nicht bekannt, sagte eine Sprecherin. Bei der Bundeswehr gab es dagegen offenbar einen Hinweis auf den Drohnenflug gegeben. Die Polizei Rheinland-Pfalz habe am 10. Mai angerufen und sich nach den Flugregeln erkundigt, so ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr gegenüber dem SWR. Der Anruf sei allerdings auf dem Bürgertelefon der Luftwaffe eingegangen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Dezember 2018 um 20:00 Uhr.

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