Uber-Chef Kalanick | Bildquelle: dpa

Blog von Ex-Mitarbeiterin Uber reagiert auf Sexismusvorwürfe

Stand: 20.02.2017 15:09 Uhr

Schlüpfrige Angebote und offene Benachteiligung: Eine Ingenieurin wirft Uber eine von Sexismus geprägte Unternehmenskultur vor. Viele Frauen würden deswegen das Unternehmen verlassen. Uber-Chef Kalanick will nun durchgreifen.

Uber-Chef Travis Kalanick hat angekündigt, gegen Sexismus in seinem Unternehmen vorzugehen. Er reagiert damit auf die Vorwürfe einer ehemaligen Angestellten gegen den Fahrdienst-Vermittler. Die Software-Entwicklerin Susan Fowler hatte in einem Blogeintrag beschrieben, wie sie bereits am ersten Tag in einem Team per Firmen-Chat ein Sex-Angebot von ihrem Chef erhielt.

Als sie sich darüber beschwerte, sei ihr von der Personalabteilung geraten worden, in eine andere Abteilung zu wechseln, schreibt Fowler. Der übergriffige Manager sei zu wichtig für die Abteilung, um gegen ihn vorzugehen, habe die Begründung gelautet. Außerdem habe er sich zum ersten Mal so verhalten und werde deswegen nur verwarnt. Später habe sie aber erfahren, schreibt Fowler, dass auch andere Kolleginnen schon von diesem Manager belästigt worden seien und das erfolglos gemeldet hatten.

travis kalanick @travisk
1/ What's described here is abhorrent & against everything we believe in. Anyone who behaves this way or thinks this is OK will be fired. https://t.co/6q29N7AL6E

"Was hier beschrieben wurde, ist abscheulich und widerspricht allem, woran wir glauben", reagierte nun Talanick und verspricht ein hartes Durchgreifen. Jeder, der sich so verhalte oder glaube, ein solches Verhalten sei in Ordnung, werde gefeuert, schrieb er bei Twitter. Er habe die Personalchefin angewiesen, die Vorwürfe zu prüfen. In den sozialen Medien wurde seine Ankündigung kritisch hinterfragt. "Die Personalabteilung soll sich selber untersuchen?", reagierte eine Twitter-Nutzerin auf seinen Eintrag.

Ariana Huffington, die im Verwaltungsrat von Uber sitzt, kündigte eine unabhängige Untersuchung an. Die Gründerin der Online-Zeitung "Huffington Post" veröffentlichte ihre E-Mail-Adresse bei Twitter, damit sich weitere Betroffene bei ihr melden könnten.

Arianna Huffington @ariannahuff
Just talked w/ Travis & as a representative of Uber's Board I will work w/Liane to conduct a full independent investigation starting now 1/2

Viele Frauen verlassen Uber

Fowler beschreibt in ihrem Beitrag eine Reihe von diskriminierenden Vorfällen. Einmal seien für 120 männliche Mitarbeiter Lederjacken bestellt worden, die zuvor allen Angestellten versprochen worden seien. Die sechs im Team beschäftigten Frauen seien leer ausgegangen, da es für sie keinen Mengenrabatte gab. Eine Beschwerde bei der Personalabteilung sei auch hier auf taube Ohren gestoßen.

Nach einem Jahr gab Fowler ihren Job auf und wechselte zu einem anderen Unternehmen. Kein Einzelfall, schreibt sie. Innerhalb eines Jahres sei der Frauenanteil in ihrer Abteilung bei Uber von 25 auf drei Prozent gefallen.

Frauenfeindlichkeit im Silicon Valley?

In der stark von Männern dominierten Technologie-Branche klagen viele Frauen über Belästigung und Frauenfeindlichkeit. Zugleich wächst der Druck auf Firmen im Silicon Valley, für mehr Vielfalt in ihren Belegschaften zu sorgen.

Uber ist in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Etwa, weil der Firmenchef Kalanick kurzfristig im Wirtschaftsrat des US-Präsidenten Donald Trump saß. Auch der Uber-Manager Emil Michael erntete vor gut zwei Jahren massive Kritik. Er hatte öffentlich mit dem Gedanken gespielt, kritische Journalisten auszuspionieren, um sie gegebenenfalls unter Druck setzen zu können. Seinen Job behielt er aber.

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