Mazedonische Spezialpolizei im Einsatz an der mazedonisch-griechischen Grenze | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge wollen über die Grenze Ausnahmezustand in Mazedonien

Stand: 20.08.2015 18:50 Uhr

Mazedonien hat wegen des starken Flüchtlingsandrangs den Ausnahmezustand erklärt: Die Regierung teilte, der "verstärkte Druck" auf die südliche Landesgrenze mache dies erforderlich. Immer mehr Flüchtlinge wollen aus Griechenland Richtung Norden. An den Grenzen werden die Truppen aufgestockt.

Das Militär soll Tausende Flüchtlinge an den mazedonischen Grenzen an der Einreise hindern. Die Regierung teilte mit, man habe den Ausnahmezustand ausgerufen, um zusätzliche Soldaten entsenden zu können.

Die "massiven illegalen Grenzübertritte" machten eine "größere und effizientere Kontrolle erforderlich", erklärte die Regierung in Skopje. Ein "angemessener Einsatz" des Militärs diene dem "besseren Schutz der örtlichen Bevölkerung" und sei zur Flüchtlingsbetreuung notwendig.

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Gestrandet im Niemandsland zwischen Griechenland und Mazedonien

flüchtlinge an mazedonisch-griechischer Grenze

Mit Stacheldraht will die Polizei verhindern, dass Flüchtlinge von Griechenland über die Grenze nach Mazedonien kommen. | Bildquelle: AFP

Tausende Migranten sind im Niemandsland zwischen Mazedonien und Griechenland nahe der mazedonischen Stadt Gevgelija gestrandet. Von dort wollen sie durch Serbien weiterreisen in die EU. Die nächste Station wäre dann das EU-Mitgliedsland Ungarn.

Die Menschen saßen bei Temperaturen von 30 Grad auf Feldern im Grenzbereich fest. In den vergangenen Tagen waren an der Stelle, an der es keinen regulären Grenzübergang gibt, Flüchtlinge ins Land gekommen, bis Skopje Sondereinheiten der Polizei schickte. Sie hindern die Migranten jetzt am Grenzübertritt, allein heute laut Schätzungen etwa 1500 Menschen.

Mazedonien hatte zuvor bereits seine Nachbarn aufgerufen, Züge bereitzustellen, um die Flüchtlinge von Gevgelija durchs Land nach Serbien zu bringen. Skopje hat angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen nicht mehr genug eigene Züge für den Transport. Die Lage sei "alarmierend", warnte die Regierung.

Mazedonien liegt auf Transitroute

Mazedonien ist für die Flüchtlinge, die von Griechenland kommen, eine wichtige Transitroute auf dem Weg in wohlhabendere EU-Staaten geworden. Fast 39.000 Flüchtlinge, die meisten Syrer, wurden im vergangenen Monat bei ihrem Weg durch den verarmten Balkanstaat registriert. Das ist das Doppelte im Vergleich zum Vormonat. Da verstärkt Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufs Festland gebracht werden, sind in den vergangenen Tagen noch mehr Menschen auf dem Weg gen Norden. In Griechenland sind allein im Juli 50.000 Menschen aus unterschiedlichen Staaten angekommen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. August 2015 um 15:00 Uhr.

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