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Eindrücke aus Myanmar

Offizielles Wahlergebnis in Myanmar Aung San Suu Kyi holt absolute Mehrheit

Stand: 13.11.2015 06:55 Uhr

Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat die historische Parlamentswahl in Myanmar offiziell gewonnen. Die NLD konnte im Unterhaus weitere 21 Sitze hinzu gewinnen, wie aus den am Freitag veröffentlichten Endergebnissen hervorgeht. Mit insgesamt 348 Mandaten stellt die Partei die Mehrheit im Parlament. Damit kann die Partei den nächsten Präsidenten bestimmen.

Die NLD hatte schon vor Auszählung aller Stimmen am Freitag mehr als die Hälfte der 657 Sitze im Unter- und Oberhaus sicher, wie die Wahlkommission mitteilte. Die Nachricht kam auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem die damalige Militärjunta Suu Kyi aus dem Hausarrest entließ. Die Myanmarer hatten bei der ersten freien Wahl seit 25 Jahren am Sonntag über das neue Parlament abgestimmt. Sie erteilten der militärnahen Regierungspartei USD eine klare Absage.

Ban Ki Moon: Wahlergebnis ein "wichtiger Erfolg"

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte Myanmars Oppositionsführerin bereits gestern zum Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert. Laut Teilauszählungen war bereits klar, dass sie einen deutlichen Sieg eingefahren hat. Die bisherige Regierung räumte ihre Niederlage bereits ein. Das Wahlergebnis sei ein "wichtiger Erfolg" auf dem Weg von der Militärherrschaft zur Demokratie, erklärte Ban in New York. Er kritisierte jedoch, dass Minderheiten wie die muslimischen Rohingya nicht an der Wahl teilnehmen durften. Auf dem Weg zur Demokratie und zu für alle Menschen offenen Wahlen stehe Myanmar noch "viele harte Arbeit" bevor.

Ban lobte die Entscheidung des Militärs, das Wahlergebnis anerkennen zu wollen. Dies sei "besonders wichtig". Die NLD hatte schon 1990 die Parlamentswahl klar gewonnen, das Militär hatte sich damals aber geweigert, das Ergebnis anzuerkennen. Suu Kyi verbrachte daraufhin die meiste Zeit im Hausarrest. Vor vier Jahren wurde die Militärherrschaft beendet und die Macht an eine formal zivile Regierung unter dem ehemaligen General Thein Sein übertragen.

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