EU-Operation "Sophia": deutsche und finnische Soldaten retten Flüchtlinge im Mittelmeer

Mittelmeer-Mission "Sophia" Schiffe müssen im Hafen bleiben

Stand: 20.07.2018 19:41 Uhr

Italien will keine Bootsflüchtlinge mehr aufnehmen. Dies soll auch für die Schiffe der EU-Marine-Mission "Sophia" gelten. Laut Medienberichten sind nun alle Schiffe zurück in die Häfen beordert worden.

Der EU-Einsatz "Sophia" auf dem Mittelmeer ist nach Informationen des "Spiegel" vorerst eingestellt worden. Der Kommandeur, der italienische Admiral Enrico Credendino, habe alle beteiligten Schiffe zurück in die Häfen beordert.

Dies gelte auch für das deutsche Versorgungsschiff "Mosel", das sich zum Zeitpunkt des Befehls allerdings routinehalber im Hafen von Souda an der griechischen Insel Kreta befand. Dort sollten das Schiff und die deutschen Soldaten nun erstmal bleiben, hieß es.

Die Nachrichtenagentur dpa meldete, der Befehl sei von Militärkreisen in Brüssel bestätigt worden.

Debatte um EU-Mission "Sophia": Wie geht es weiter mit der Seenotrettung?
tagesthemen 21:45 Uhr, 20.07.2018, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

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Streit um Flüchtlinge

Hintergrund für die Aussetzung des Einsatzes ist die Weigerung Italiens, von den EU-Militärschiffen geretteten Flüchtlinge an Land aufzunehmen. Aktuell waren sechs EU-Militärschiffe auf dem Mittelmeer aktiv. Mit dem Befehl sei der Einsatz faktisch gestoppt, hieß es laut "Spiegel" in Militärkreisen.

Diplomaten suchten demnach in Brüssel nach einem Kompromiss, um die italienische Blockade aufzuweichen - bis zuletzt gab es dabei offenkundig keine Ergebnisse. Im Gespräch war demnach zum Beispiel ein Verteilungsschlüssel, wie die von der EU-Mission geretteten Flüchtlinge auf mehrere EU-Länder verteilt werden könnten.

Der italienische Außenminister Enzo Moavero | Bildquelle: AFP
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Italiens Außenminister Enzo Moavero

Der italienische Außenminister Enzo Moavero hatte der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini bereits vor Tagen schriftlich mitgeteilt, dass sein Land künftig auch keine Flüchtlinge mehr aufnehmen werde, die von einem Schiff der EU-Rettungsmission "Sophia" aufgenommen wurden. Das berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf das entsprechende Schreiben.

Italien fühlt sich schon lange allein gelassen

Seit Juni 2015 ist die EU-Mission mit Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern im Mittelmeer zwischen Italien und Libyen im Einsatz. Sie war ins Leben gerufen worden, nachdem 700 Flüchtlinge bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste ums Leben gekommen waren.

Rettungsschiff "Aquarius" | Bildquelle: AFP
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Das Flüchtlingsschiff "Aquarius" im Hafen von Valencia.

In den vergangenen drei Jahren wurden 49.000 Menschen aus Seenot gerettet. Hauptaufgabe des offiziell EU NavForMed "Sophia" genannten Einsatzes ist allerdings die Bekämpfung von Schlepperbanden, die Flüchtlinge auf die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer schicken.

Zuletzt hatte die italienische Regierung mehreren Rettungsschiffen von Nichtregierungsorganisationen die Einfahrt in heimische Häfen verboten, darunter der "Aquarius" und der "Lifeline".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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