Deutsche Bank in Frankfurt am Main | Bildquelle: picture alliance / dpa

Vergleich im US-Hypothekenstreit Deutsche Bank muss 7,2 Milliarden Dollar zahlen

Stand: 23.12.2016 03:52 Uhr

Auch wenn es nicht die befürchtete Rekordsumme von 14 Milliarden Dollar ist: Die 7,2 Milliarden, die die Deutsche Bank im US-Hypothekenstreit nun berappen muss, sind ein harter Brocken. Denn für alle Rechtsstreitigkeiten hatte sie nur 5,9 Milliarden zurückgelegt.

Die Deutsche Bank legt ihren Streit mit den US-Behörden über faule Hypothekenpapiere mit einer Strafzahlung von 3,1 Milliarden Dollar bei. Das Geldhaus gab den mit Spannung erwarteten Vergleich in der Nacht bekannt. Hinzu kommen noch 4,1 Milliarden Dollar für Kundenhilfen in den USA.

Ursprünglich hatte das US-Justizministerium eine Rekordsumme von 14 Milliarden Dollar aufgerufen. Das hatte an den Finanzmärkten zeitweise für große Verunsicherung gesorgt. Denn die Reserven der Bank, die mitten in der Sanierung steckt, sind knapp und die Kapitaldecke ist im Vergleich zu vielen Rivalen dünn.

Einigung noch vorläufig

Die jetzige Einigung zur Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche gegen die Bank ist noch vorläufig. Sie wird das Ergebnis des Dax-Konzerns im laufenden vierten Quartal aber bereits belasten - vor Steuern mit 1,17 Milliarden Dollar. "Ob die Erleichterungen für Verbraucher finanzielle Auswirkungen haben, hängt von den endgültigen Bedingungen des Vergleichs ab. Derzeit wird daraus kein wesentlicher Einfluss auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 erwartet." Zahlen dazu werden Anfang Februar erwartet.

Die Kundenerleichterungen sollen in den USA über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren erfolgen. Es handelt sich vor allem um Änderungen bei den Darlehensbedingungen sowie andere Hilfen für Wohneigentümer und Kreditnehmer. Die Deutsche Bank konnte in dem zähen Verhandlungspoker den Schaden zwar begrenzen. Aber auch die nun besiegelte Strafe ist ein großer Brocken. Denn für alle Rechtsstreitigkeiten zusammen hatte die Deutsche Bank zuletzt nur 5,9 Milliarden Euro zurückgelegt.

Drei weitere Fälle zu den Akten legen

Der Hypothekenstreit ist eine der größten Altlasten der Deutschen Bank. Die Aufsichtsbehörden sehen es als erwiesen an, dass das Institut vor der Finanzkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt trickste: Es bündelte faule Hypotheken in hochkomplexe Wertpapiere, die in der Krise auf einen Schlag wertlos wurden und bei vielen Anlegern zu hohen Verlusten führten. Viele andere Großbanken haben ähnlich dubiose Geschäfte gemacht, sich aber auch früher mit den Behörden verglichen.

Neben dem Hypothekenstreit will die Deutsche Bank zeitnah drei weitere große Fälle zu den Akten legen, die viel Geld kosten könnten: der Geldwäsche-Skandal in Russland, mutmaßliche Sanktionsverstöße bei Iran-Geschäften und Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Dezember 2016 um 04:52 Uhr.

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