Roy Moore (M.) | Bildquelle: AFP

Nach Senatswahl in Alabama Moores endgültige Niederlage

Stand: 28.12.2017 21:43 Uhr

Bis zum Schluss wollte er es nicht wahrhaben: Noch in letzter Minute versuchte der Republikaner Moore hartnäckig, seine Wahlniederlage in Alabama abzuwenden - sogar mit Hilfe eines Lügendetektors. Vergeblich: Die zuständige Kommission hat den Sieg des Demokraten Jones bestätigt.

Jetzt ist es offiziell: Der Demokrat Doug Jones ist zum Sieger über den Republikaner Roy Moore bei der Senatswahl im US-Staat Alabama erklärt worden. Die zuständige Kommission bestätigte das Ergebnis, demzufolge Jones den umstrittenen Ex-Richter mit mehr als 20.000 Stimmen Vorsprung geschlagen hat. Rechtsexperten zufolge ist das Wahlkapitel damit endgültig geschlossen. US-Vizepräsident Mike Pence wird somit den Demokraten am 3. Januar vereidigen.

Moore hatte noch in letzter Minute versucht, seine Niederlage abzuwenden, indem er bei einem Gericht in Montgomery Beschwerde gegen das Ergebnis einlegte. Zur Begründung machte er möglichen Wahlbetrug geltend, der untersucht werden müsse. Der zuständige Richter wies die Beschwerde aber zurück. Für die Konservativen und US-Präsident Donald Trump ist Moores Niederlage schmerzlich: Ihre Mehrheit im Senat in Washington schrumpft damit auf 51 zu 49 Stimmen.

Vorwurf der sexuellen Belästigung

Moore hatte die Nachwahl in dem Südstaat am 12. Dezember überraschend gegen Jones verloren und weigerte sich seither hartnäckig, die Niederlage anzuerkennen. Der Abstimmung war ein erbitterter Wahlkampf vorausgegangen. Der Republikaner ist wegen seiner stramm konservativen Positionen höchst umstritten, zudem werfen ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vor.

Er selbst bestreitet das und spricht von einer Schmierenkampagne seiner politischen Gegner. Seiner Beschwerde bei Gericht fügte Moore eine eidesstaatliche Erklärung bei, wonach er sich einem Lügendetektortest unterzogen habe. Dieser habe bestätigt, dass die "gegen ihn im Wahlkampf erhobenen Darstellungen eines Fehlverhaltens vollkommen falsch" seien.

Viele Republikaner in Washington waren im Wahlkampf auf Distanz zu dem ehemaligen Richter gegangen. Präsident Trump hatte sich dagegen für seine Wahl stark gemacht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2017 um 21:00, 22:00 und 23:00 Uhr in den Nachrichten.

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