Nicolas Sarkozy | Bildquelle: REUTERS

Verfahren eingeleitet Sarkozy soll Wahlkampf illegal finanziert haben

Stand: 16.02.2016 21:19 Uhr

Gegen Frankreichs konservativen Ex-Präsidenten Sarkozy wird wegen illegaler Wahlkampffinanzierung ermittelt. Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Das Verfahren ist ein weiterer Rückschlag für Sarkozys Ambitionen auf eine Rückkehr in den Elysée-Palast.

Die Staatsanwaltschaft Paris ermittelt gegen den früheren französischen Staatschef Nicolas Sarkozy. Der Vorwurf: Sarkozys konservative republikanische Partei soll 2012 illegal Wahlkampfkosten für ihn übernommen haben. Der Vorsitzende der oppositionellen Republikaner war den ganzen Tag von einem Untersuchungsrichter zum Thema befragt worden.

Ermittlungsverfahren gegen Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy eingeleitet
tagesschau24 09:00 Uhr, 17.02.2016, Stefan Rychlak, ARD-aktuell

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Sarkozy soll damals die zulässige Obergrenze von Wahlkampfausgaben in Höhe von 22,5 Millionen Euro massiv überschritten haben. Um dies zu vertuschen, seien Kosten für Wahlkampfveranstaltungen in Höhe von 18,5 Millionen Euro regelwidrig von seiner Partei übernommen worden. Die falschen Rechnungen stellte die Veranstaltungsfirma Bygmalion aus - deswegen ist die Affäre in Frankreich als Bygmalion-Affäre bekannt. Sarkozy bestritt wiederholt, von den Vorgängen gewusst zu haben.

Auch in der eigenen Partei umstritten

Sarkozy will wohl - auch wenn er offiziell noch keine Kandidatur angekündigt hat - 2017 wieder Präsident Frankreichs werden. Die nun formell aufgenommenen Ermittlungen dürften ein schwerer Rückschlag für diese Ambitionen sein. Unklar ist aber, ob seine eigene Partei Sarkozy überhaupt als Präsidentschaftskandidat aufstellt - denn eine Reihe von Parteifreunden macht ihm eben dies streitig. Zudem ist Sarkozy in weitere Affären verwickelt - unter anderem soll er versucht haben, einen Staatsanwalt zu bestechen.

Ermittlungsverfahren gegen Ex-Präsident Sarkozy
B. Kostolnik, ARD Paris
16.02.2016 21:34 Uhr

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