Grenzzaun in Nikosia | Bildquelle: AP

Offenbar Streit über Grenzverlauf Kein Durchbruch bei Zypern-Gesprächen

Stand: 22.11.2016 03:18 Uhr

Griechische und türkische Zyprer haben monatelang verhandelt, um die Teilung der Insel zu überwinden. Zwischenzeitlich schien ein Durchbruch möglich, doch die Gräben waren zu tief. Grund für das Scheitern soll ein Streit über den Grenzverlauf sein.

Die monatelangen Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Auch intensive zweitägige Verhandlungen zwischen den politischen Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, führten nicht zum Durchbruch. Das Treffen unter UN-Schirmherrschaft fand in Mont Pèlerin am Genfer See statt.

"Leider gab es keine Einigung", twitterte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides am frühen Morgen. Die Verhandlungen seien an der Frage gescheitert, wie viel Territorium griechische und türkische Zyprer in einer angestrebten Föderation jeweils verwalten sollen, so Christodoulides.

Waren die griechischen Zyprer zu "hartnäckig"?

Die griechischen Zyprer hatten offenbar bis zuletzt gefordert, dass die künftigen innerzyprischen Grenzen auf Karten genau definiert werden. Diese "hartnäckige Haltung" sei der Grund für das Scheitern der Gespräche, zitiert die Nachrichtenagentur dpa türkisch-zyprische Delegationskreise. Wie aus Verhandlungskreisen der griechischen Zyprer zu erfahren war, beschränkte sich die türkisch-zyprische Seite auf eine vage Auflistung der Prinzipien, die bei der Neudefinition der Grenzen gelten sollen.

Die Gespräche in Mont Pélerin fanden unter Schirmherrschaft der UN statt. | Bildquelle: AFP
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Erste Fortschritte bei den Gesprächen in Mont Pèlerin hatten Hoffnungen auf Zypern geweckt - doch der Durchbruch blieb aus.

Seit 1974 geteilt

Anastasiades und Akinci würden nach Zypern reisen und dort prüfen, wie es weiter gehen soll, hieß es in einer Erklärung des Sondergesandten des UN-Generalsekretärs, Espen Barth Eide.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Damals putschten zyprische Soldaten mit Unterstützung der Militärjunta in Athen, um einen Zusammenschluss Zyperns mit Griechenland zu erreichen. Die Türkei schickte daraufhin Truppen, die den Nordteil Zyperns besetzten. 1983 erklärte der türkische Teil seine Unabhängigkeit, was aber nur von Ankara anerkannt wird. Die Insel im Mittelmeer ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. November 2016 um 04:40 Uhr.

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