Weitere Grenzübergänge geöffnet Neue Hoffnung in der Zypernfrage

Stand: 28.05.2015 16:13 Uhr

Die Republik Zypern und die völkerrechtlich nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern nähern sich weiter an. Vertreter beider Seiten vereinbarten die Öffnung zusätzlicher Grenzübergänge. Auch die Handelsbeziehungen sollen ausgebaut werden.

Nach dem Neustart der Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns haben die griechische und türkische Seite die Öffnung weiterer Grenzübergänge auf der Mittelmeerinsel vereinbart. Außerdem wollen die Republik Zypern und die Türkische Republik Nordzypern ihre Elektrizitäts- und Mobilfunksysteme vereinheitlichen. Das berichtete das Staatsfernsehen RIK.

Handel soll ausgebaut werden

Die Volksgruppenführer der türkischen und griechischen Zyprer, Mustafa Akinci und Nikos Anastasiades, vereinbarten auch, die Handelsbeziehungen zu intensivieren. Außerdem soll eine gemeinsame Kommission für die Gleichberechtigung der Frauen eingerichtet werden. Der liberale türkisch-zyprische Politiker Akinci pflegt seit Jahrzehnten gute Kontakte mit den Kreisen der griechisch-zyprischen Seite, die eine Lösung der Zypernfrage anstreben.

Blick auf die von der UN bewachte Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns | Bildquelle: dpa
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Blick auf die von der UN bewachte Pufferzone zwischen dem griechischen und dem türkischen Teil Zyperns. (Archivbild: vom Juli 2014)

Bereits am 22. Mai hatten sich Anastasiades und Akinci zu Gesprächen getroffen, um sich um eine schnelle Friedensvereinbarung zu bemühen. Es waren die ersten Friedensgespräche seit acht Monaten.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Türkische Soldaten besetzten den Norden der Insel. Die danach ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Die international anerkannte Republik Zypern ist indes Mitglied der EU und der Währungsunion. Ein Frieden gilt für beide Seiten als gewinnbringend, da sie große Investitionen erwarten und bei der Erschließung der vor der Insel vermuteten Erdgasvorkommen kooperieren könnten.

Streitpunkte bleiben

Allerdings hatte es ähnlichen Optimismus schon in früheren Gesprächsrunden gegeben. Doch die Hoffnungen auf einen Frieden erfüllten sich nicht - das letzte Mal 2008. Gescheitert waren frühere Friedensverhandlungen vor allem an der Frage der Machtaufteilung, an dem Recht auf Militärintervention und an Besitzansprüchen von Menschen, die 1974 vertrieben wurden.

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