Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde versprüht ein Insektizid in einer Kirche in Caracas | Bildquelle: AFP

Viele Infektionen in Kolumbien 3177 Schwangere mit dem Zika-Virus infiziert

Stand: 06.02.2016 22:24 Uhr

In Kolumbien ist die Zahl der Zika-Fälle sprunghaft angestiegen. Nach Angaben von Präsident Santos wurden bereits mehr als 25.000 Fälle registriert, darunter sind 3177 Schwangere. Das Zika-Virus wurde laut WHO inzwischen in 33 Staaten nachgewiesen.

In Kolumbien hat es nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos erneut einen starken Anstieg der Zika-Infektionen bei Schwangeren gegeben. Die Zahl sei inzwischen auf 3177 gestiegen, sagte Santos laut einem Bericht des Rundfunksenders Radio Caracol in Bogotá. Bislang sei kein einziger Fötus mit Mikrozephalie - Schädelfehlbildungen - bei einer mit dem Virus infizierten Frau gefunden worden, so Santos.

Insgesamt hätten die Behörden bislang 25.645 Zika-Fälle registriert. Ob es sich dabei um bestätigte Zika-Infektionen oder um Verdachtsfälle handelte, war zunächst nicht bekannt. Schätzungen zufolge könnte es in Kolumbien bis zu 600.000 Erkrankungen geben, sagte Kolumbiens Präsident nach einer Sondersitzung der Gesundheitsbehörde zu der Epidemie.

Ende Januar hatte das kolumbianische Gesundheitsministerium bereits einen Anstieg von 890 auf 2116 Fälle innerhalb von einigen Tagen gemeldet, wobei damals 176 davon von Labors bestätigt gewesen waren.

Drei Tote durch Lähmungskrankheit?

Das Zika-Virus wird nicht nur mit Mikrozephalie, sondern auch mit der Guillain-Barré-Nervenkrankheit in Verbindung gebracht. Drei Menschen mit der seltenen Nervenkrankheit starben nach kolumbianischen Behördenangaben. Insgesamt melden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fünf der betroffenen Länder zugleich eine Zunahme der Lähmungskrankheit Guillain-Barré: Dies sind neben Kolumbien Brasilien, El Salvador, Suriname und Venezuela.

Ein Mann versprüht Insektizid in der Wohnung einer erkrankten Frau in Acacias, Kolumbien | Bildquelle: AP
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Alltägliches Bild in Mittel- und Südamerika: Männer in Schutzanzügen versprühen ...

Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde versprüht ein Insektizid in einer Kirche in Caracas | Bildquelle: AFP
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... Insektizide in Wohnungen, Stadien, Schulen und Kirchen - wie hier in Caracas.

Laut WHO bereits 33 Staaten betroffen

Das Zika-Virus hat sich laut WHO in 33 Ländern verbreitet. Dazu zählen lateinamerikanische Länder aber auch die Kapverden und einige pazifische Inselstaaten. Nach Brasilien ist Kolumbien das meist betroffene Land. Gezählt wurden Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten. Die WHO hatte am 1. Februar den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Das Zika-Virus wird vorwiegend von Mücken übertragen. Es führt bei etwa einem Fünftel der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht gefährlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen. WHO und Gesundheitsexperten vermuten einen Zusammenhang zwischen einer Zika-Virus-Infektion in der Schwangerschaft und Schädelfehlbildungen bei Babys.

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