Eine weibliche Asiatische Tigermücke (Aedes albopicts).

Gefährliche Variante erreicht weiteren Kontinent Zika-Virus bedroht Afrika

Stand: 20.05.2016 17:16 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation warnt Afrika vor der aggressiven Variante des Zika-Virus. Das Pasteur Institut im Senegal hat den Erreger auf den Kapverdischen Inseln nachgewiesen. Damit könne sich das Virus auf dem Kontinent ausbreiten.

Die Variante des Zika-Virus, die in Südamerika und dort vor allem in Brasilien für viele Erkrankungen sorgt, ist jetzt erstmals auf den Kapverden isoliert worden. Das teilte das Pasteur Institut Dakar (Senegal) mit. Damit könnte sich diese aggressive asiatische Variante des Zika-Virus auch in Afrika verbreiten.

Die asiatische Variante des Zika-Virus kann die Erkrankung der Nervenbahnen, wie das Guillain-Barre-Syndrom, oder Mikrozephalie, Kopfmißbildung bei neugeborenen Babys verursachen. Der Nachweis in Afrika sei beunruhigend, sagte Matshidiso Moeti, Direktorin der Weltgesundheitsorganisation, WHO für Afrika. Die Organisation werde den afrikanischen Ländern helfen, ein mögliches Verbreitungsrisiko abzuschätzen und Vorbereitungen zu treffen.

Bevölkerung muss aufgeklärt werden

Die afrikanischen Länder sollten jetzt vor allem schwangere Frauen über die Übertragungswege durch Mückenstiche und ungeschützten Sex informieren. Die WHO empfiehlt ein Monitoring-System, um vermehrt auftretende Fälle von Mikrozephalie oder des Guillain-Barre-Syndroms zu registrieren. Die WHO will das während der Ebola-Krise installierte System zur Gesundheitsbetreuung ausbauen, um den afrikanischen Ländern im Vorfeld zu helfen.

Das Pasteur Institut Dakar hat seit Mai 2016 7557 Verdachtsfälle von Zika-Virus-Erkrankungen auf dem Kapverdischen Inseln registriert. Bei drei Betroffenen wurde Mikrozephalie nachgewiesen. Bisher ist jedoch kein Fall des Guillain-Barre-Syndroms aufgetreten.

Die asiatische Variante des Zika-Virus hat sich vor allem in Südamerika ausgebreitet. Seit Frühjahr 2015 haben sich dort mehr als eine Million Menschen mit dem Erreger angesteckt. Die meisten Infizierten gibt es in Brasilien.

Für Afrikas gibt die WHO bisher keine Reisewarnung aus.


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