Tigermücke | Bildquelle: AP

Verbreitung des Zika-Virus WHO ruft globalen Notstand aus

Stand: 01.02.2016 19:57 Uhr

Wegen des sich massiv ausbreitenden Zika-Virus hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das teilte die Organisation im Anschluss an eine Expertenrunde mit. Der letzte globale Notstand war 2014 wegen der Ebola-Epidemie ausgerufen worden.

WGO-Chefin Margaret Chan | Bildquelle: dpa
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WHO-Chefin Chan sieht das Zika-Virus als globales Problem.

Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Ausbreitung des Zika-Virus als globalen Gesundheitsnotstand ein. Das gab die WHO nach einem Krisentreffen bekannt. Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen, erklärte WHO-Direktorin Margaret Chan. Sie räumte aber ein, dass noch der wissenschaftliche Beweis für den Zusammenhang ausstehe. "Wir brauchen eine koordinierte internationale Antwort", sagte Chan. Die Weltgemeinschaft müsse sich nun auf Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Virus konzentrieren.

Virus breitet sich weltweit aus

Das Zika-Virus wird von der Ägyptischen und der Asiatischen Tigermücke übertragen, die Fehlbildungen treten derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika auf. Für Infizierte ist es in der Regel nicht gefährlich, wohl aber für ungeborene Kinder. Betroffen sind aber auch Nordamerika sowie Länder in Afrika, Asien und im westpazifischen Raum. Die WHO befürchtet, dass sich aufgrund des Wetterphänomens El Nino die übertragenden Stechmücken stark vermehren könnten.

WHO ruft den Notstand aus
Nachtmagazin 00:15 Uhr, 02.02.2016, Henning Winter, ARD Genf

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Zuletzt hatte die WHO im Jahr 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika einen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In diesem Fall können Staaten außerhalb der Seuchengebiete aufgefordert werden, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

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