Deniz Yücel | Bildquelle: dpa

Entlassung aus Haft Deniz Yücel kommt frei

Stand: 16.02.2018 13:04 Uhr

Ein Jahr saß er ohne Anklageschrift in türkischer Haft: Nun kommt der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel frei. Das entschied ein türkisches Gericht, nachdem die Staatsanwaltschaft 18 Jahre Haft gegen Yücel gefordert hatte.

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel wird aus türkischer Haft entlassen. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Yücels Arbeitgeber, die Zeitung "Die Welt", hatte zuvor berichtet, der Journalist sei bereits frei, korrigierte dies aber. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte: "Jetzt müssen wir natürlich abwarten, was in den nächsten Minuten, Stunden passiert."

Die Freilassung Yücels wurde von einem Gericht angeordnet, nachdem die türkische Staatsanwaltschaft die Anklageschrift vorgelegt hatte. Sie fordert 18 Jahre Haft für den "Welt"-Reporter. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Deniz Yücel kommt nach einem Jahr Haft frei
Mittagsmagazin, 16.02.2018, Hubertus Schorn, BR

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Rückkehr nach Deutschland?

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erwartet eine baldige Rückkehr des Journalisten nach Deutschland. Das Gericht in Istanbul habe Yücel keine Einschränkungen auferlegt, sagte Gabriel vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz. "Ich gehe davon aus, dass er deshalb die Türkei verlassen wird." Er fügte hinzu: "Wir hoffen, dass das sehr schnell passieren wird." Gegenleistungen an die Türkei habe es nicht gegeben, sagte der SPD-Politiker.

Gabriel: "Ich freue mich sehr"

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes dankte der türkischen Justiz für die Freilassung und sagte, Gabriel habe sich in den vergangenen Tagen "intensiv bemüht, zu einer Lösung beizutragen". Der SPD-Politiker selbst sagte: " Das ist ein guter Tag für uns alle." Er danke ausdrücklich der türkischen Regierung für ihre Unterstützung bei der Verfahrensbeschleunigung. Dazu habe er selbst viele direkte Gespräche mit türkischen Regierungsvertretern geführt, in zwei Fällen auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Besonders dankte Gabriel dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu, "der diese Kontakte und Gespräche und vor allem die Beschleunigung des Verfahrens deutlich gemacht hat" sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel "für ihr Vertrauen in die Arbeit des Auswärtigen Amtes in diesem schwierigen Fall". Er hob hervor, in den Gesprächen habe "die türkische Regierung immer Wert darauf gelegt, dass sie keinen politischen Einfluss auf die Gerichtsentscheidung nehmen werde".

Erfreut zeigte sich auch Justizminister Heiko Maas: "Das ist eine großartige und überfällige Nachricht. Jeder Tag, den Deniz Yücel im Gefängnis verbracht hat, war einer zu viel. Wir freuen uns sehr für Deniz Yücel, seine Familie und seine Freunde. Wir werden weiter alles dafür tun, dass alle in der Türkei zu Unrecht inhaftierten Deutschen so schnell wie möglich freigelassen werden", schrieb er in einer Mitteilung.

Fall belastete deutsch-türkisches Verhältnis

Nach Angaben der "Welt" befand sich Yücel zunächst weiterhin noch im Gefängnisgebäude.

Der Fall war zuletzt der größte Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei. Yücel saß wegen Terrorvorwürfen ein Jahr ohne Anklage in der Türkei im Gefängnis, die meiste Zeit davon im Hochsicherheitsgefängnis Silivri.

"Fall mit besonderer Dringlichkeit"

Zuletzt war aber Bewegung in den Fall gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim gesagt, sie habe ihn darauf hingewiesen, "dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat".

Vor seinem Deutschland-Besuch hatte Yildirim in den tagesthemen gesagt, er hoffe auf eine baldige Freilassung Yücels. Allerdings hatte er und auch andere türkischen Regierungsmitglieder, wie Präsident Erdogan immer wieder betont, die türkische Justiz sei unabhängig. Man könne lediglich dafür sorgen, dass der Fall beschleunigt behandelt werde.

Außenminister Gabriel sagte Mitte der Woche bei einem Besuch in Belgrad: "Ich bin relativ optimistisch, dass wir doch jetzt bald zu einer Gerichtsentscheidung kommen." Der SPD-Politiker fügte an: "Und ich hoffe natürlich, dass die positiv für Deniz Yücel ausgeht."

Über dieses Thema berichteten am 16. Februar 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und das ARD Mittagsmagazin um 13:00 Uhr.

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