Aidstag | Bildquelle: AFP

WHO-Bericht für Europa So viele neue HIV-Infizierte wie noch nie

Stand: 26.11.2015 14:03 Uhr

Mehr als 140.000 HIV-Neuinfektionen gab es 2014 in Europa - ein Negativrekord. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl laut einer WHO-Studie vor allem in Osteuropa stark an. AIDS-Erkrankungen gibt es demnach aber immer seltener.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von Neuinfektionen mit dem HI-Virus in Europa registriert. Der Bericht der WHO und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) umfasst auch Länder wie Israel, die Türkei, Russland und Usbekistan. In diesen etwa 50 Staaten seien 2014 knapp 142.200 Neuinfektionen registriert worden. Damit ergibt sich eine Rate von 16,4 Infektionen pro 100.000 Bürger.

Die Zahl der AIDS-Fälle selbst sei in der Region aber rückläufig, heißt es in dem Bericht. In Deutschland steckten sich 3525 Menschen mit dem Auslöser der Immunschwächekrankheit AIDS an; eine Rate von 4,4 Fällen je 100.000 Bürger.

Unter Migranten sei die Zahl der HIV-Diagnosen in den vergangenen zehn Jahren deutlich rückläufig, hieß es in der Studie. Der Erhebung zeige, dass sich "ein bedeutender Anteil von ihnen nach ihrer Ankunft in Europa" anstecke.

Große Unterschiede zwischen Ost und West

In den einzelnen Regionen zeigten sich deutliche Unterschiede. Im Westen der WHO-Region - wo auch Deutschland liegt - wurde das Virus in knapp 44 Prozent der Fälle durch Geschlechtsverkehr zwischen Männern übertragen und in etwa 38 Prozent bei heterosexuellem Verkehr. Auf Drogenkonsum gehen 3,1 Prozent der Fälle zurück.

Im Osten der WHO-Region machte die Übertragung bei schwulen Kontakten dagegen 2,2 Prozent aus, bei heterosexuellem Sex 66 Prozent und bei der Einnahme von Drogen fast 28 Prozent. Unterschiede wurden auch bei der Zahl der AIDS-Fälle deutlich: Von 2005 bis 2014 fielen sie in der westlichen Teilregion um 69 Prozent, im Osten stieg sie um 143 Prozent.

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