Nuklearwaffen Was ist eine Wasserstoffbombe?

Stand: 03.09.2017 11:54 Uhr

Es ist der gleiche Prozess, der auch die Sonne antreibt: Wasserstoffbomben ziehen ihre zerstörerische Kraft aus dem Verschmelzen von Kernen des Elements Wasserstoff. Das macht diese Bombe zu einer weit gefährlicheren Waffe als eine einstufige Atombombe.

Es ist 65 Jahre her, da testeten Amerikaner die erste Wasserstoffbombe im Pazifik. Das Ergebnis: Ihre Sprengkraft war rund 800 Mal so groß wie die der ersten Atombombe.

Anders als Atombomben setzen Wasserstoffbomben Energie aus dem Verschmelzen von Atomkernen frei. Atombomben beziehen den Großteil ihrer Zerstörungskraft aus dem Spalten von Uran- oder Plutoniumkernen.

Test mit Wasserstoffbombe 1952 | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die erste zweistufige echte Wasserstoffbombe der Welt wurde von den USA am 1. November 1952 im Pazifik getestet.

Als Zünder eine Atombombe

Kerne der Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium werden beim Zünden einer Wasserstoffbombe derartig stark verdichtet, dass sie zu Helium verschmelzen. Um diesen Prozess zu starten, sind mehr als 100 Millionen Grad Celsius nötig. Deshalb enthält eine Wasserstoffbombe als Zünder eine Atombombe. Aus diesem Grund spricht man bei der Wasserstoffbombe auch von einer zweistufigen Nuklearwaffe.

Stärkere Bomben bei gleicher Größe

Während dieser Fusion von Wasserstoff-Atomkernen, der auch die Sonne antreibt, werden gigantische Energiemengen frei. Mit Wasserstoffbomben lassen sich also weit stärkere atomare Explosionen erzeugen als mit einstufigen Atombomben. So können bei gleichen Abmessungen stärkere Bomben konstruiert werden.

Der Bau einer Fusionsbombe ist wegen ihres äußerst komplexen inneren Aufbaus jedoch erheblich schwieriger als der eines Kernspaltungs-Sprengsatzes. Die Staaten, die in den vergangenen Jahren in den Kreis der Atommächte aufgestiegen sind, verfügen nach Überzeugung von namhaften Experten aller Wahrscheinlichkeit nach bislang nicht über einsatzfähige Waffen dieses Typs - auch wenn Indien und jetzt auch Nordkorea dies behaupteten.

Noch nie im Krieg eingesetzt

Die erste zweistufige echte Wasserstoffbombe der Welt wurde von den USA am 1. November 1952 im Pazifik getestet, die Sowjetunion folgte im Jahr darauf. Diese Waffen waren aber eher Prototypen, die für Einsätze noch nicht geeignet waren. Militärisch nutzbare Bomben hatten die beiden Supermächte erst etwas später. In Kriegen eingesetzt wurden diese bisher nie.

Über dieses Thema berichtete WDR5 Leonardo am 06. Januar 2016 um 15:05 Uhr.

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