Waldbrände in Schweden | Bildquelle: AFP

Rekordhitze und Trockenheit Schwere Waldbrände in Schweden

Stand: 19.07.2018 19:50 Uhr

Nach Wochen der Trockenheit und Hitze sind in Schweden mehr als 40 Waldbrände ausgebrochen. Mit internationaler Hilfe werden sie eingedämmt. Dennoch steht die Regierung unter Druck.

Von Carsten Schmiester, ARS-Studio Stockholm

"Sie haben uns 20 Minuten gegeben. Das musste reichen, um den Wohnwagen anzukoppeln und zu überlegen, was wir mitnehmen wollten. Alle aus dem Dorf mussten weg." Evert Hansson  hatte das Pech, zu dicht an einem der Feuer zu leben. Sein Dorf, Kårböle, knapp 400 Kilometer nördlich von Stockholm, war zu dem Zeitpunkt bereits auf drei Seiten von den Flammen eingeschlossen.

Die Bewohner kamen noch rechtzeitig davon und können jetzt nur hoffen, dass ihre Häuser nicht abbrennen. Auch in anderen Brandgebieten sind Evakuierungen angeordnet.

Nach wochenlanger Rekordhitze und Trockenheit spitzt sich die Lage weiter zu. Der Zivilschutz spricht gegenwärtig von mehr als 40 Waldbränden auf 20.000 Hektar im ganzen Land, aber vor allem im Norden und in der Mitte, etwa in der Provinz Gävleborg. 15 Waldbrände sind demnach außer Kontrolle.

"Aktuell ist die Lage ziemlich kritisch. Zwei Brände breiten sich rasant aus, von Enskogen im Norden und von Ängra im Süden. Sie sind dabei, sich zu vereinen. Das wird richtig groß", sagt Hans Nornholm, Einsatzleiter der Feuerwehr im Gebiet Ljusdal.

Waldbrände in Schweden
tagesschau 16:00 Uhr, 19.07.2018, Christian Stichler, ARD Stockholm

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Internationale Unterstützung

Allein schaffen es die Schweden nicht. Italienische und französische Löschflugzeuge sind im Einsatz oder unterwegs. Norwegen schickte Hubschrauber, die große Behälter mit Löschwasser zu den Brandherden fliegen.

Polizei und Feuerwehr im ganzen Land, aber auch Zivilschutz und die Armee, holen ihre Leute aus dem Sommerurlaub zurück. Dazu melden sich viele freiwillige Helfer.

Waldbrandbekämpfung in Schweden | Bildquelle: HENRIK MONTGOMERY/EPA-EFE/REX/Sh
galerie

Mit vereinten Kräften versuchen Freiwillige und professionelle Brandbekämpfer die Flammen zu löschen.

Rot-grüne Regierung unter Druck

"Wie kann es sein, dass wir so viel Wald haben, aber keine eigenen Löschflugzeuge" - das war eine der Fragen, die sich Regierungschef Stefan Löfven von den Sozialdemokraten bei seinem Besuch am Nachmittag in Ljusdal anhören musste. Im September sind Wahlen. Die Opposition geht die rot-grüne Minderheitsregierung hart an: "Überfordert" sei sie, es gebe eine "schlechte Koordination".

Löfven wich aus: "Es ist wichtig, die Ereignisse gründlich auszuwerten, wenn die Brände gelöscht sind. Man sollte in der akuten Situation keine vorschnellen Schlüsse ziehen. Wir werden daraus lernen, um in Zukunft besser reagieren zu können."

Dann dankte er den Feuerwehrleuten und den vielen Helfern für ihren "großartigen Einsatz", der wohl noch deutlich großartiger werden muss. Denn die Wettervorhersage lässt Schlimmes fürchten: In weiten Teilen Schwedens bleibt es auch die nächsten Tage heiß und trocken.

Darstellung: