Kolumbianische Soldaten bewachen ein Wahllokal in Bogota, Kolumbien. | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Kolumbien Frieden oder zurück zum Krieg?

Stand: 27.05.2018 16:20 Uhr

Die Wahl in Kolumbien ist auch eine Entscheidung über die Zukunft des Friedensprozesses. Der rechtskonservative Kandidat will den Friedensvertrag ändern. Sein Konkurrent warnt: Das bringt den Krieg zurück.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires z.Zt. Bogotá

Auf dem Wahlzettel stehen die Namen der Präsidentschaftskandidaten. Doch die Kolumbianer wählen nicht nur ein neues Staatsoberhaupt, sie stimmen gleichzeitig über den Friedensprozess ab. Kolumbiens Rechte findet, der Staat sei vor den früheren Guerillakämpfern auf die Knie gegangen und ihr Kandidat Iván Duque verspricht, den Friedensvertrag zu ändern. "Iván Duque ist für den Frieden. Aber wir wollen verbessern, was nicht gut ist, einiges im Friedensvertrag wurde schlecht verhandelt, das müssen wir sehr deutlich machen", sagt ein Anhänger Duques bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Kolumbien wählt neuen Präsidenten
tagesschau 20:00 Uhr, 27.05.2018, Stefan Maier, ARD Mexico City

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Trotz Friedensvertag: Kolumbien ist unzufrieden

Es geht vor allem um die Amnestie-Regeln für die früheren Guerillakämpfer. Hinter Duque steht Ex-Präsident Alvaro Uribe, der in seiner Amtszeit die FARC und andere Rebellengruppen erbittert bekämpft hat und jetzt gegen den Friedensvertrag seines Nachfolger Santos wettert: "Ich will Euch einladen, gemeinsam einen echten und dauerhaften Frieden aufzubauen. Und er beginnt damit, mit der Straffreiheit Schluss zu machen und im ganzen Land Gerechtigkeit walten zu lassen", so Uribe.

Gustavo Petro und Ivan Duque, Präsidentschaftskandidaten in Kolumbien | Bildquelle: AP
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Die Anwärter für die Stichwahl: Gustavo Petro und Ivan Duque.

Santos hat dem Land zwar den Frieden mit der FARC gebracht und er hat dafür viel Anerkennung aus dem Ausland erhalten - bis zum Friedensnobelpreis. Aber in Kolumbien sind die meisten Menschen unzufrieden. Entweder, weil sie finden, der Staat behandle die früheren Rebellen zu milde, zu nachgiebig - so argumentieren Duques Anhänger. Oder, weil sie der Regierung vorwerfen, ihre Zusagen aus dem Friedensvertrag nicht einzuhalten. Dort ist zum Beispiel von einer Landreform und Hilfen für die unterentwickelten Gebiete die Rede.

Kandidat Petro: ein ehemaliger Guerillakämpfer

Mit Gustavo Petro hat zum ersten Mal ein Linker und früherer Guerillakämpfer ernsthafte Chancen, die Stichwahl zu erreichen. Er verspricht vor allem Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen: "Wir leben im 21. Jahrhundert und in diesem Jahrhundert fußt Wohlstand auf Wissen und Bildung. Deswegen müssen wir der gesamten kolumbianischen Jugend Wissen und Bildung geben."

Außerdem warnt er: Der Kurs seines Gegners Duque führe zurück in den Krieg, der Kolumbien jahrzehntelang verwüstet hat. Die früheren FARC-Kämpfer betonen zwar, eine Rückkehr zu den Waffen sei für sie keine Option. Aber nach wie vor gibt es keinen Frieden mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN und die Zahl der FARC-Dissidenten steigt. Eine Entscheidung - über den Präsidenten und die Zukunft des Friedensprozesses - wird wahrscheinlich erst in der Stichwahl Mitte Juni fallen.

Kolumbien wählt Präsidenten und stimmt damit über Friedensprozess ab
Ivo Marusczyk, BR Buenos Aires
27.05.2018 14:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Mai 2018 um 15:00 Uhr.

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