Der scheidende französische Generalstabschef de Villiers | Bildquelle: AFP

Streit um Sparkurs Frankreichs Armeechef schmeißt hin

Stand: 19.07.2017 13:20 Uhr

Es ist ein Abschied mit Ansage: Der französische Generalstabschef de Villiers hat seinen Rücktritt eingereicht - er ist mit dem Sparkurs von Präsident Macron nicht einverstanden. Dieser hatte den General erst kürzlich scharf gerüffelt.

Im Streit um Sparmaßnahmen bei der französischen Armee ist der Generalstabschef des Landes, Pierre de Villiers, zurückgetreten. Staatschef Emmanuel Macron habe sein Rücktrittsgesuch angenommen, erklärte der General in Paris. Zum Nachfolger wurde General Francois Lecointre ernannt, der die EU-Ausbildungsmission in Mali geleitet hatte.

De Villiers sagte, er sehe sich nicht mehr in der Lage, das Modell einer Armee zu garantieren, das für "den Schutz Frankreichs und der Franzosen" notwendig sei. Der 60-Jährige hatte zuletzt für dieses Jahr im Verteidigungsbudget vorgesehene Einsparungen von 850 Millionen Euro kritisiert.

Er wurde dafür vergangene Woche von Macron mit scharfen Worten zurechtgewiesen: In einer Ansprache vor ranghohen Militärs sprach der Staatschef von einer "unwürdigen" Debatte und forderte "Pflichtbewusstsein und Zurückhaltung".

Frankreichs Präsident Macron und Generalstabschef de Villiers | Bildquelle: REUTERS
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Hatten sich schnell nicht mehr viel zu sagen: Frankreichs Präsident Macron und Generalstabschef de Villiers

Sparen und steigern

Die französische Armee sieht sich wegen des Anti-Terror-Kampfs inner- und außerhalb des Landes erheblichen Belastungen ausgesetzt. Der französische Präsident will aber die europäische Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einhalten. Dazu müssen nicht nur das Verteidigungsministerium, sondern auch andere Ministerien ihren Beitrag leisten. 2017 sollen insgesamt 4,5 Milliarden Euro eingespart werden.

Zugleich strebt die Regierung des konservativen Premiers Edouard Philippe an, innerhalb von acht Jahren das Ziel zu erreichen, die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung anzuheben. Nach früheren Angaben kam Frankreich im vergangenen Jahr auf 1,77 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juli 2017 um 10:00 Uhr.

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