Ein Shaanxi Y-8 Transportflugzeug der Streitkräfte Myanmars aufgenommen im Jahr 2015 | Bildquelle: AFP

Möglicher Absturz über dem Meer Militärflugzeug vor Myanmar vermisst

Stand: 07.06.2017 16:03 Uhr

Eine vor der Küste Myanmars vermisste Militärmaschine mit mehr als 100 Menschen ist offenbar abgestürzt. Teile des Flugzeugs seien vor der Hafenstadt Dawei in der Adamanensee entdeckt worden, teilte ein Militärvertreter mit.

Im südostasiatischen Staat Myanmar ist möglicherweise eine Militärmaschine mit 104 Menschen an Bord abgestürzt. Das Flugzeug verschwand nach Angaben des Militärs im Südosten des Landes gegen 13.35 Uhr Ortszeit (9.05 Uhr MESZ) aus ungeklärter Ursache von den Radarschirmen. Seither fehlte von der Maschine jede Spur. Ein Armeevertreter sagte im Laufe des Tages, Teile des Flugzeugs seien rund 218 Kilometer von der Hafenstadt Dawei entdeckt worden. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben gab es zunächst nicht.

Der Militärchef des Landes, General Min Aung Hlaing, bestätigte auf seiner Facebook-Seite, dass die Maschine vermisst wird. Dabei handelt es sich um ein Transportflugzeug des chinesischen Herstellers Shaanxi, eine sogenannte Shaanxi Y-8. Nach diesen Angaben war das Flugzeug aus dem Süden von Myanmar, dem früheren Birma, auf dem Weg in die ehemalige Hauptstadt Rangun. An Bord sollen 90 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder gewesen sein.

Suche mit Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen

Der Weg dorthin führt über das Meer. Deshalb wurde früh darüber spekuliert, dass die Maschine in die Andamanensee gestürzt sein könnte, ein Randmeer des Indischen Ozeans im Golf von Bengalen. An der Suche beteiligten sich neben anderen Flugzeugen und Hubschraubern auch mehrere Schiffe.

Der letzte Kontakt bestand nach Angaben der Armee, als das Flugzeug auf etwa 5500 Metern Höhe war. Zu diesem Moment habe sich die Maschine in der Nähe der Stadt Dawei befunden, der Hauptstadt der Region Tanintharyi. Gestartet war das Flugzeug in der Stadt Mergui (auch Myeik), nahe der thailändischen Grenze.

Erst seit März 2016 im Dienst

Die Propellermaschine Shaanxi Y-8 basiert auf einer Baureihe der älteren sowjetischen Antonow-Maschinen. Sie ist erst seit März 2016 im Dienst der myanmarischen Armee. Bei den Passagieren handelt es sich nach Angaben der Armee um Soldaten sowie Familienmitglieder.

Der 54-Millionen-Einwohner-Staat Myanmar war lange Zeit eines der am meisten isolierten Länder der Welt. Nach Jahrzehnten der Militärdiktatur hat sich das frühere Birma inzwischen aber geöffnet. Seit vergangenem Jahr wird die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführt, die während der Militärherrschaft viele Jahre in Hausarrest saß. Das Militär besetzt in ihrem Kabinett aber immer noch mehrere Schlüsselpositionen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Juni 2017 um 14:15 Uhr.

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