Ausschreitungen in Venezuela | Bildquelle: AP

Gewalt bei Demonstrationen Tote und Verletzte in Venezuela

Stand: 13.04.2017 02:59 Uhr

In Venezuela eskaliert die Gewalt. Bei Protesten gegen Präsident Maduro sind zwei Menschen offenbar von bewaffneten Regierungsanhängern getötet worden. Eines der Opfer ist ein 14-jähriger Junge.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Die Gewalt in Venezuela macht auch vor der Kirche nicht halt: Anhänger der sozialistischen Regierung sind während der Messe in ein Gotteshaus im Zentrum der Hauptstadt Caracas eingedrungen und werden handgreiflich. Aber die Gläubigen schützen Erzbischof Jorge Urosa vor einem Angriff und werfen die Störenfriede hinaus.

Erzbischof Jorge Urosa | Bildquelle: AP
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Erzbischof Jorge Urosa rief beide Seiten zum Ende der Gewalt auf.

Kurz zuvor hatte Urosa auf einer Pressekonferenz die Gewalt bei den Protesten der letzten Tage verurteilt: "Wir lehnen die Gewalt ab - egal, aus welcher Richtung sie kommt. Wir wollen nicht irgendeine Seite verurteilen." Jede Art von Gewalt sei inakzeptabel, so der Erzbischof. "Ich habe schon mehrfach betont, dass die bewaffneten zivilen Gruppen, die die Regierung unterstützen, illegal sind. Sie werden für ihre Taten nicht bestraft. Diese Banden sind absolut illegal. Die Regierung muss aufhören sie zu decken."

Bewaffnete Milizen töten Demonstranten

Gemeint sind die Colectivos, bewaffnete Milizen, die der sozialistischen Partei ihre Basis zumeist in Armenvierteln sichern sollen. Colectivos sollen für den Tod von zwei Demonstranten in Barquisimeto verantwortlich sein, berichten lokale Medien. Eines der Opfer ist ein 14-jähriger Junge.

Proteste gegen Regierung in Venezuela weiten sich aus
tagesschau24 10:00 Uhr, 13.04.2017, Bernd Wode, ARD-aktuell

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Geplündertes Geschäft in Venezuela | Bildquelle: AP
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Bei den Ausschreitungen wurden viele Geschäfte geplündert.

Täglich wachsen die Spannungen, gibt es mehr Proteste und Plünderungen in der Provinz, wo die Versorgungslage noch katastrophaler ist als in der Hauptstadt. Die Menschen bekommen keine Grundnahrungsmittel und lebenswichtige Medikamente mehr. Leitungswasser ist rationiert. Sogar Benzin ist im Erdölförderland knapp geworden. Die staatliche Ölfirma muss Schulden zahlen, arbeitet ineffizient und ist durchdrungen von Korruption.

Tumulte bei Präsidentenbesuch

Die Wut der Menschen über die Krise entlädt sich auf der Straße. Das bekam der unbeliebte Präsident Nicolás Maduro selbst zu spüren, als er sich auf einer öffentlichen Veranstaltung in San Felix im offenen Wagen durch die Menge chauffieren ließ. Die Menschen jubelten ihrem Präsidenten zu, behauptet der Moderator in der Live-Übertragung des Staatsfernsehens, obwohl die Bilder etwas anderes zeigen: Eier und Gegenstände fliegen in Richtung Maduro. Tumult bricht aus. Die Übertragung wird abgebrochen.

Staatsmedien werden zensiert

Parade mit Präsident Maduro | Bildquelle: AFP
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Die Fernsehübertragung einer Veranstaltung mit Präsident Maduro wurde nach Ausschreitungen abgebrochen.

Telesur, der Fernsehsender der linksregierten Länder der Region, spricht von einer Fälschung. Ein von der venezolanischen Opposition manipuliertes Video kursiere in den sozialen Netzwerken. Twitter, Facebook und Whatsapp bieten fast die einzigen Möglichkeiten, sich in Venezuela über die Anti-Regierungsproteste zu informieren. Auch über die Hauptforderung der Demonstranten nach Neuwahlen. Der hat sich der  Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten Luis Almagro angeschlossen.

Aber auf internationalen Druck alleine wollen sich die venezolanischen Regierungsgegner nicht verlassen: Für den kommenden Mittwoch, einen nationalen Feiertag, haben sie zu einer Massenkundgebung in Caracas aufgerufen.

Tote und Verletzte bei Demonstrationen in Venezuela
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
13.04.2017 09:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 13. April 2017 um 05:46 Uhr.

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