Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Krise in Venezuela Trump verschärft Sanktionen

Stand: 25.08.2017 19:55 Uhr

Die USA verschärfen ihre Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela: US-Präsident Trump untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Betroffen ist auch der staatliche Ölkonzern PDVSA, der eine wichtige Einnahmequelle für das Krisenland ist.

US-Präsident Donald Trump geht mit neuen Sanktionen gegen Venezuela vor. Damit solle die "Tyrannei" von Präsident Nicolas Maduro gestoppt werden, erklärte das Präsidialamt in Washington. Die von Trump per Dekret verhängten Strafmaßnahmen unterbinden bestimmte Finanzgeschäfte mit der Regierung in Caracas sowie mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA.

"Keine Diktatur tolerieren"

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, sprach von einem deutlichen Signal an Maduro. Die USA würden in Venezuela keine "Diktatur" tolerieren, sagte sie am UN-Sitz in New York. Nach den jüngsten Sanktionen dürfen Firmen unter anderem keine neuen Anleihen und Aktien des venezolanischen Staates und des Ölkonzerns mehr kaufen. Ausgenommen sind dem Präsidialamt zufolge dagegen Geschäfte der PDVSA-Tochter Citgo in den USA, bestimmte Öl-Ex- und -importe sowie die Finanzierung von Hilfslieferungen in das südamerikanische Land.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro spricht vor Anhängern | Bildquelle: REUTERS
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Die US-Regierung wirft Maduro "Tyrannei" vor.

Das venezolanische Außenministerium erklärte in einer ersten Reaktion, die USA versuchten eine humanitäre Krise in Venezuela zu provozieren. Die USA hatten zuvor schon Sanktionen gegen Maduro persönlich und rund 30 andere Vertreter seiner Regierung verhängt.

Venezuela steckt seit der Kongress-Wahl 2015 in einer politischen Krise. Der loyal zum sozialistischen Präsidenten stehende Oberste Gerichtshof hat bislang fast alle neuen Gesetze des Parlaments blockiert. Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen dem von der Opposition beherrschten Parlament und der neuen Verfassungsversammlung verschärft.

125 Tote seit April

Seit April sind mehr als 125 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitsbehörden getötet worden. Wegen einer schweren Rezession nehmen auch soziale Spannungen zu, Nahrungsmittel und Medikamente werden knapp. Immer mehr Menschen aus Venezuela fliehen deshalb ins benachbarte Kolumbien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2017 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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