Venezuelas Präsident Maduro | Bildquelle: REUTERS

Venezuela Mit Wohltaten gegen die Wut

Stand: 01.05.2017 04:24 Uhr

Der politisch angeschlagene Präsident Venezuelas hat einen höheren Mindestlohn angekündigt - es ist die dritte Anhebung in diesem Jahr. Dass sich dadurch die Wut vieler Menschen auf Maduro legt, ist unwahrscheinlich. Neue Proteste sind geplant.

Rund vier Wochen nach Beginn der blutigen Proteste in Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro eine Anhebung des Mindestlohns angekündigt - es ist die dritte Anhebung in diesem Jahr. "Ich muss dafür sorgen, dass das Volk Arbeit, Bildung, Gesundheit und Obdach hat", sagte der sozialistische Staatschef in Caracas.

Maduro der Opposition gegenüber weiter unversöhnlich
tagesschau 9:00 Uhr, 01.05.2017

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Ab dem 1. Mai werde jeder Arbeiter um 60 Prozent mehr und damit mindestens 200.000 Bolívar pro Monat plus Lebensmittelzuschüsse verdienen, sagte Maduro im Fernsehen. Auf dem Schwarzmarkt sind das weniger als 45 Euro.

Mangel - überall

Dass damit die schwere Versorgungskrise in dem Land entschärft wird, ist daher auch höchst unwahrscheinlich: Die dreistellige Inflation hat den Wert des Bolívar abstürzen lassen und die Ersparnisse von Arbeitern zunichte gemacht. Medikamente und viele Grundnahrungsmittel sind in den Läden ohnehin kaum zu finden. Das extrem ölreiche Land leidet zudem unter enormer Gewaltkriminalität und Misswirtschaft - es steht vor dem Bankrott und muss fast monatlich mehrere Milliarden Euro an Auslandskrediten bedienen.

Neue Proteste angekündigt

Maduro sieht sich angesichts dieser düsteren Wirtschaftslage zunehmend mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Kritiker werfen ihm zudem Menschenrechtsverletzungen vor. Die Proteste gegen die Regierung schlagen zunehmend in Gewalt um. Seit dem 4. April starben in dem Land mehr als 30 Menschen, 500 wurden verletzt. Auslöser der Proteste war die vorübergehende Entmachtung des Parlaments. Der Opposition gegenüber blieb Maduro unversöhnlich. "Sie sollten im Gefängnis sein" sagte er über oppositionelle Politiker.

Ein maskierter Demonstrant steht vor einem angezündeten Autowrack, das eine Straße blockiert. | Bildquelle: REUTERS
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Bei Protesten in Venezuela kommt es inzwischen regelmäßig zu Ausschreitungen.

Für heute sind neue Proteste geplant. Sowohl die Opposition wie auch die Regierung riefen zu großen Kundgebungen am Tag der Arbeit auf. Das Oppositionsbündnis MUD wandte sich direkt an Papst Franziskus: "Die Venezolaner leiden wegen des Mangels an Essen und Medikamenten und unter der Gewalt der repressiven Staatskräfte und der paramilitärischen Gruppen der Regierung", schrieb das MUD in einem offenen Brief. Franziskus hatte sich am Vortag während seines Rückflugs von Kairo nach Rom besorgt über die Lage in Venezuela geäußert und sich für einen Dialog "mit klaren Bedingungen" zwischen Regierung und Opposition ausgesprochen. Maduro ging nur vage auf den Vorschlag ein. "Ich respektiere die Worte von Papst Franziskus", sagte er - und verteidigte die Sozialpolitik seiner Regierung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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