Oppositionsführer Torrealba (links) und Staatschef Maduro | Bildquelle: AFP

Gespräche im Krisenland Venezuela Maduro redet mit der Opposition

Stand: 31.10.2016 04:14 Uhr

Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal, die Opposition kämpft für die Absetzung des Staatschefs Maduro - und doch hat dieser mitten in der Krise mit seinen Gegnern an einem Tisch gesessen. Der Vatikan hatte vermittelt.

Mitten in der schweren politischen Krise hat die sozialistische Regierung Venezuelas einen vom Vatikan vermittelten Dialog mit der Opposition aufgenommen. Präsident Nicolás Maduro kam zu Beratungen mit führenden Vertretern des Oppositionsbündnisses Mesa Democrática (MUD) zusammen.

Er strecke seine "Hand zum Dialog aus", sagte Maduro zum Auftakt des Gesprächs. Die Oppositionsvertreter äußerten sich zunächst nicht öffentlich. Das Treffen hatte wohl bis zum Schluss auf der Kippe gestanden. Einer MUD-Mitteilung zufolge weigerte sich die konservative Partei Voluntad Popular des inhaftierten Oppositionellen Leopoldo López, an den Gesprächen teilzunehmen. Die anderen MUD-Parteien drohten mit einem Abbruch des Prozesses, sollten ihre Forderungen kein Gehör finden.

Streit über Anti-Maduro-Referendum

Die Opposition fordert die Freilassung politischer Häftlinge und ein laut Verfassung mögliches Referendum zur Abwahl Maduros. Nachdem der von den Sozialisten kontrollierte Wahlrat die Volksabstimmung blockiert hatte, gab es in der vergangenen Woche Massenproteste in Caracas.

Das Land mit den größten Ölreserven der Welt leidet wegen Korruption und Misswirtschaft seit Monaten unter einer dramatischen Versorgungskrise. Wegen der Engpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden mehrere Menschen getötet. Die Opposition macht Maduro und seine Regierung für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2016 u.a. um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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