Soldaten in Valencia

Venezuela Das Militär als letzte Hoffnung?

Stand: 07.08.2017 05:49 Uhr

Je weiter sich Venezuelas Präsident von der Demokratie entfernt, desto mehr bitten seine Gegner Militärs um Ungehorsam. Die jüngste Aktion auf einem Militärstützpunkt nannte Maduro einen Terrorangriff, der schnell abgewehrt werden konnte.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

In Venezuela brodelt die Gerüchteküche: Nie zuvor kursierten so viele angebliche Neuigkeiten über einen Putschversuch in den sozialen Netzwerken. Dabei wolle er gar nicht putschen, sagt der abtrünnige Offizier Juan Caguaripano in dem Video, das sich rasend schnell verbreitet. Man sieht ihn in Uniform, gerahmt von 17 weiteren Uniformierten, mit der Flagge und einem Porträt des Freiheitskämpfers Simón Bolívar im Hintergrund:

"Das ist kein Putsch, sondern eine zivil-militärische Aktion, um die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen. Wir wollen das Land vor seiner kompletten Zerstörung bewahren, die Morde an unseren jungen Leuten und Angehörigen beenden. Wir fordern die sofortige Bildung einer Übergangsregierung und allgemeine freie Wahlen mit freien Institutionen."

So schnell, wie sich das Video verbreitet hat, ist die Aktion beendet: Die Gruppe habe einen Armeestützpunkt nahe der Stadt Valencia überfallen, melden Behörden. Zwei der Angreifer seien dabei erschossen worden, teilt Präsident Präsident Nicolas Maduro im Fernsehen mit: "Zwei wurden vom vaterlandstreuen Feuer niedergestreckt. Einer ist verletzt. Von zehn Angreifern, die wir gefasst haben, sind neun Zivilisten, einer ist ein Deserteur. Das war eine terroristische Attacke gegen die Bewaffneten Bolivarischen Streitkräfte. Die haben vereint darauf geantwortet - mit Moral und Entschlossenheit. Ich bitte um Höchststrafe für alle, die in diese Attacke verwickelt sind."

Rebellion gegen Maduro
tagesthemen 23:15 Uhr, 06.08.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko Stadt

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Vorwurf: von Kolumbien und den USA bezahlt

Ganz sicher seien die Terroristen vom benachbarten Kolumbien und aus den USA bezahlt worden. Einige Angreifer seien noch flüchtig. Ob weitere Rebellionen im Gange sind - darüber gibt es keine gesicherten Informationen, aber zahllose Spekulationen.

Bitte um Ungehorsam

Seit die sozialistische Regierung zu erkennen gegeben hat, dass sie nicht mehr an demokratischen Wahlen interessiert ist, bitten Regierungsgegner und sogar führende Oppositionspolitiker das Militär immer wieder um Ungehorsam. Das Militär scheint eine ihrer letzten Hoffnungen zu sein. Indirekte oder ganz unverblümte Putschaufrufe machen fast täglich die Runde.

Die Regierungsgegner sind politisch kaltgestellt, weil die regierenden Sozialisten eine Verfassunggebende Versammlung installiert haben. Sie trifft nun die Entscheidungen und ist dem oppositionsdominierten Parlament übergeordnet. Nach der Rebellion in der Armee fürchten viele Venezolaner, dass die Staatsmacht mit noch mehr Repressionen reagieren wird.

Venezuela – Putschgerüchte vergrößern das Chaos
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexico
07.08.2017 05:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2017 um 20:00 Uhr und tagesschau24 am 06. August 2017 um 15:00 Uhr.

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