Flagge von Venezuela | Bildquelle: REUTERS

Proteste in Venezuela Schweigemärsche für die Toten

Stand: 22.04.2017 14:23 Uhr

Seit Wochen gibt es Proteste gegen die Regierung in Venezuela - und immer wieder gewaltsame Ausschreitungen. Mindestens 21 Menschen starben seit Anfang April - allein zwölf am Freitag. Für heute hat die Opposition landesweit zu Schweigemärschen für die Toten der Unruhen aufgerufen.

Nach Wochen blutiger Proteste gegen die Regierung in Venezuela hat das Oppositionsbündnis MUD landesweit zu Schweigemärschen für die Todesopfer aufgerufen. Als Zeichen des Friedens und der Achtung der Toten sollten die Teilnehmer bei den Demonstrationen weiße Hemden tragen, teilte das Bündnis auf Twitter mit. Bei Unruhen und Protesten in dem südamerikanischen Staat starben seit Anfang April mindestens 21 Menschen.

Erst in der Nacht zum Freitag war es im Viertel La Valle im Südosten der Hauptstadt Caracas zu drastischen Szenen gekommen. Demonstranten und Polizisten lieferten sich Straßenschlachten, es kam zu massiven Plünderungen. Insgesamt starben in der Nacht mindestens zwölf Menschen - elf in La Valle und ein Mann im Armenviertel Petare.

Zwölf Tote allein am Freitag

Die meisten Opfer sollen durch Stromschläge eines Elektrozauns getötet worden sein, als sie in einer Bäckerei einen Kühlschrank stehlen wollten, andere starben durch Schüsse. Ein Kinderkrankenhaus soll wegen des massiven Einsatzes von Tränengas evakuiert worden sein. Das bestritt allerdings der Vizepräsident des Landes, Tareck El Aissami. Dies sei lediglich ein neuer Versuch, Menschen zu demoralisieren, die für immer mit dem Bürgertum gebrochen hätten, sagte er. Seiner Ansicht nach befindet sich Venezuela in einem "unkonventionellen Krieg" mit Regierungsgegnern und kriminellen Banden. Diese würden zusammenarbeiten, sagte El Aissami.

Ein Polizist feuert Tränengasgranaten in  Caracas | Bildquelle: dpa
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Die Sicherheitskräfte gehen mit aller Härte gegen die Proteste vor.

Die Regierungsgegner machen Präsident Nicolás Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung über seine Amtsenthebung. Die Opposition wirft der Regierung zudem vor, Teilnehmer der Proteste gezielt von Milizen erschießen zu lassen. Nach Angaben einer Anwaltsvereinigung wurden zudem seit Ausbruch der Proteste vor drei Wochen fast 1300 Menschen festgenommen.

Tote bei Protesten in Venezuela
tagesschau 20:00 Uhr, 21.04.2017

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Staaten und UN appellieren an Maduro

Neun lateinamerikanische Staaten hatten die Behörden in Venezuela dazu aufgefordert, wieder auf den "Pfad der demokratischen Institutionen" zurückzukehren. In einer Mitteilung der Regierungen von Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Paraguay, Peru und Uruguay hieß es zudem, dass die Regierung in Caracas die politischen Gefangenen freilassen und ein Datum für Wahlen ansetzen solle.

Zuvor hatte bereits UN-Generalsekretär António Guterres alle Konfliktparteien zu einem verstärkten Bemühen um Dialog ermahnt. Die Opposition wirft Maduro vor, mit zunehmend diktatorischen Mitteln seine Macht ausbauen zu wollen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. April 2017 um 20:00 Uhr.

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