Venezolanische Polizisten beim Einsatz in Caracas | Bildquelle: dpa

Krise in Venezuela Krawalle bei Protesten in Caracas

Stand: 09.04.2017 04:31 Uhr

Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten: Polizei und Gegner von Präsident Maduro haben sich in Venezuelas Hauptstadt Caracas Straßenschlachten geliefert. Der von Wahlen ausgeschlossene Oppositionspolitiker Capriles wandte sich an die Demonstranten.

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist es bei Protesten gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Sicherheitskräfte gingen mit Panzerfahrzeugen, Tränengas und Gummigeschossen gegen die Menge vor. Demonstranten warfen Steine auf Polizisten. Laut Behördenangaben wurden mindestens 17 Menschen verletzt. Mehr als 50 Demonstranten wurden festgenommen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf einen Augenzeugen, etwa 100 Demonstranten seien in ein Bürogebäude am Höchsten Gerichtshof eingebrochen und hätten es verwüstet.

Neue Proteste und Ausschreitungen in Venezuela
tagesschau 13:15 Uhr, 09.04.2017, Matthias Ebert, SWR

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"Nieder mit der Diktatur"

Zuvor hatten Zehntausende Menschen friedlich demonstriert. Sie riefen immer wieder: "Wir wollen Freiheit, wir wollen Zukunft, wir wollen Demokratie". Und: "Nieder mit der Diktatur."

Die Behörden stellten wie bereits in den vergangenen Tagen den Betrieb der U-Bahn ein - offenbar ein Versuch, Menschen von der Teilnahme an den Protesten abzuhalten. Der Oppositionspolitiker Henrique Capriles sagte in einer kurzen Rede vor Beginn der Demonstration, niemand könne das venezolanische Volk disqualifizieren.

15 Jahre von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen

Die Behörden hatten Capriles am Freitag für 15 Jahre untersagt, für ein öffentliches Amt zu kandidieren. Der Präsidentschaftsbewerber erklärte daraufhin, das Verbot stärke nur seine Entschlossenheit, den Widerstand auf der Straße zu suchen.

Zuletzt hatten die Proteste gegen Maduro wieder zugenommen, was mit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zusammenhängt. Die Richter hatten vor rund einer Woche dem Parlament die Macht entzogen. Erst nach massiver Kritik aus dem In- und Ausland nahm das Gericht seine Entscheidung zurück. Unmittelbares Ziel der Protestbewegung sind Neuwahlen.

Demonstranten in Caracas liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. | Bildquelle: AP
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Demonstranten in Caracas liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Repression gegen Oppositionelle

Das ölreichste Land der Welt steht vor dem Bankrott und muss fast monatlich mehrere Milliarden Euro an Auslandskrediten bedienen. Deshalb können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden. Kritische TV-Sender wurden geschlossen, die Repression hat massiv zugenommen. Gegner werden eingeschüchtert.

Maduro will das von Hugo Chávez begründete Projekt eines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" um jeden Preis verteidigen. Überall im Land hängen Konterfeis von Chávez mit der Losung: "Aqui no se habla mal de Chávez", "hier redet man nicht schlecht über Chávez".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. April 2017 um 05:07 Uhr und tagesschau24 am 09. April 2017 um 09:00 Uhr.

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