"USA Today" gibt erstmals Wahlempfehlung ab Gegen Trump, aber nicht für Clinton

Stand: 30.09.2016 19:16 Uhr

Amerikas meist gelesene Zeitung, "USA Today", gilt als objektiv und unparteiisch. Nun hat die Chefredaktion des Blattes zum ersten Mal seit der Gründung eine Wahlempfehlung ausgesprochen: gegen Trump. In Sachen Clinton ist die Redaktion unentschlossen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Die "USA Today" ist mit täglich 30 Millionen Lesern nicht nur Amerikas erfolgreichste Zeitung, sie gilt auch als objektiv und unparteiisch. Umso bemerkenswerter, dass die Chefredaktion zum ersten Mal seit Gründung der Zeitung eine Wahlempfehlung abgibt.

Screenshot USA Today
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Screenshot USA Today

Man sei einstimmig der Überzeugung, dass Donald Trump für das Amt des Präsidenten "ungeeignet" sei, hieß es. Weder charakterlich noch intellektuell sei er fähig für den Job im Weißen Haus.

Außerdem verstoße Trump gegen fundamentale Überzeugungen aller US-Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg, wie zum Beispiel die unerschütterliche Unterstützung der NATO-Verbündeten und eine standhafte Opposition gegen russische Aggression. Trump bewundere autoritäre Führer und habe wenig Respekt für den Schutz der Verfassung. Außerdem sei er von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit geprägt.

Die Wahlempfehlung gegen Trump sei jedoch keine Empfehlung für Clinton. Hier sei die Chefredaktion gespalten. Während einige Clinton für eine fähige Präsidentin hielten, hätten andere ernste Bedenken wegen ihrer mangelnden Transparenz. "Wie immer sie letztlich entscheiden", so das Fazit der "USA Today": "Widerstehen Sie dem Sirenengesang eines gefährlichen Demagogen. Wählen Sie auf jeden Fall, aber nicht Donald Trump!"

Trumps Mikrofon - Organisatoren räumen Probleme ein

Donald Trump hat für seine Beschwerde über das Mikrofon bei seinem ersten TV-Duell mit Hillary Clinton viel Spott geerntet, doch die Klage des republikanischen Präsidentschaftskandidaten war offenbar berechtigt. Die für die Organisation der Kandidatendebatten zuständige Kommission erklärte nun, es habe Probleme hinsichtlich der Hörbarkeit von Trump gegeben. Betroffen gewesen sei das "Klangvolumen in der Debattenhalle". Unklar blieb, ob es sich tatsächlich um ein Problem mit dem Mikrofon handelte, und auch, ob es in irgendeiner Weise die Fernsehübertragung betraf.

Gegen Trump: "USA Today" gibt erstmals Wahlempfehlung ab
M. Ganslmeier
30.09.2016 19:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2016 um 23:41Uhr

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