Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA  | Bildquelle: AP

Illegale Einwanderung US-Regierung soll Trennung von Familien erwägen

Stand: 04.03.2017 03:35 Uhr

Die US-Regierung denkt offenbar darüber nach, wie Eltern, die illegal einwandern, von ihren Kindern getrennt werden könnten. Während die Eltern vorläufig inhaftiert werden, sollen die Kinder vom Sozialamt betreut werden. Die Maßnahme solle der Abschreckung dienen.

Die US-Regierung erwägt Insidern zufolge, Mütter und ihre Kinder zu trennen, die gemeinsam illegal aus Mexiko einwandern. Das Heimatschutzministerium diskutiere einen entsprechenden Vorschlag, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Ziel sei es, Mütter davon abzubringen, mit ihren Kindern illegal einzureisen, berichten drei Regierungsvertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten. Nach der geplanten Regelung könnten die Eltern in Haft gehalten werden, bis über ihr Verfahren entschieden worden sei. Die Kinder sollten zunächst in die Obhut des Sozialamtes kommen, bis sie an etwaige Verwandte in den USA oder einem vom Staat bestimmten Vormund übergeben würden. Vertreter des Ministeriums und des Präsidialamts nahmen keine Stellung zu den Angaben.

Rasanter Anstieg der illegalen Einwanderungen

Von Anfang Oktober bis Ende Januar haben die US-Behörden etwa 54.000 Kinder und ihre Erziehungsberechtigten aufgegriffen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Ein US-Bundesberufungsgericht hatte im Juli angeordnet, dass die Kinder von illegal Eingewanderten so schnell wie möglich auf freien Fuß gesetzt werden müssen. Für ihre Eltern gilt das nicht.

Gegenwärtig werden an der Grenze abgefangene Familien vergleichsweise schnell freigelassen und dürfen in den USA bleiben, bis über ihren Fall entschieden wurde. Republikaner im Kongress haben argumentiert, dass diese Vorgehensweise Mütter ermuntert, die gefährliche Reise mit ihren Kindern zu wagen.

Präsident Donald Trump hat dazu aufgerufen, das Verfahren zu ändern. Fürsprecher der Einwanderer argumentieren dagegen, die Frauen seien wegen der Gewalt und Armut in vielen zentralamerikanischen Staaten dazu gezwungen, mit ihren Kindern zu fliehen. Sie verlangen, ihnen den Status von Asylsuchenden anzuerkennen.

Mexikanische Konsulate bieten Rechtsbeistand an

Derweil haben 50 mexikanische Konsulate in den USA Rechtsbeistandszentren für ihre eingewanderten Staatsbürger eröffnet. "Vorher brauchten wir nicht so viel Rechtsbeihilfe für unsere Leute, doch nun müssen wir sie vor möglicher Abschiebung schützen", sagte der mexikanische Generalkonsul von Miami, José Antonio Zabalgoitia.

Rechtliche Fragen würden nun über alles andere gestellt, um mexikanische Migranten zu unterstützen. Nach den Angaben stellt Mexikos Regierung dafür 50 Millionen Dollar bereit. Die Nachfrage für Dokumente und Unterstützung sei enorm, so Zabalgoitia. Üblicherweise habe er in einer Woche zwei Geburtsurkunden ausgestellt, allein gestern seien es nun 15 gewesen. Anlass für die Sorge unter Mexikanern ist die verschärfte Einwanderungspolitik des US-Präsidenten Donald Trump. Er will illegale Einwanderer schneller abschieben lassen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. März 2017 um 11:00 Uhr

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