US-Außenminister Rex Tillerson (re.) mit seinem japanischen Amtskollegen Taro Kono. | Bildquelle: REUTERS

USA und Japan Zusammenrücken gegen Kim

Stand: 17.08.2017 22:11 Uhr

Gemeinsam sind wir stärker - unter diesem Motto haben die USA und Japan beschlossen, ihre Kooperation in Sachen Verteidigung auszubauen. Das engere Bündnis richtet sich gegen Nordkorea und seine Atompolitik. Doch nicht nur Pjöngjang könnte dadurch stärker unter Druck geraten.

Die USA und Japan gelten diplomatisch und ökonomisch als enge Verbündete. Nun rücken die beiden Partner noch enger zusammen und schmieden gemeinsame Bande gegen einen gemeinsamen Gegner: Nordkorea.

In Washington kamen US-Außenminister Rex Tillerson und US-Verteidigungsminister Jim Mattis mit den japanischen Verteidigungs- und Außenministern, Itsunori Onodera und Taro Kono, zusammen. Auf der Agenda stand nur ein Punkt - die Drohungen aus Pjöngjang und die atomare Aufrüstungspolitik des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un.

Wiederholt hatte Nordkorea erfolgreiche Raketentests bekannt gegeben und sogar betont, die Geschosse, die auch mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten, hätten eine Rechweite, die bis in die USA reichen würde und auch Ziele in Japan treffen könnten.

Mattis droht erneut mit militärischen Konsequenzen

Zuletzt hatte sich der Konflikt nochmals verschärft, als US-Präsident Trump Kim mit militärischen Schritten als Reaktion gedroht hatte. Doch dann schlugen alle Seiten erst einmal wieder gemäßigtere Töne an. Tillerson betonte, es gebe keine unmittelbare Bedrohung und "keinen Grund für schlaflose Nächte". Und auch Kim ruderte von angeblichen Angriffsplänen zurück, was Trump als "sehr weise" begrüßte.

Doch das jetzige Treffen in Washington schien trotzdem unter dem Motto zu stehen: Besser gewappnet sein. "Die Provokationen durch das Raketenprogramm Nordkoreas sind nicht akzeptabel und müssen sofort aufhören", betonte Tillerson. Die USA und Japan verfolgten beide das Ziel einer "völligen und unumkehrbaren Denuklearisierung" Nordkoreas. Um dieses zu erreichen, wollten die beiden Partner nicht nur den ökonomischen Druck auf Pjöngjang aufrecht erhalten, sondern seien auch übereingekommen, ihr bereits bestehendes Bündnis im Bereich Verteidigung auszubauen.

Verteidigungsminister James Mattis erneuerte die Warnung, dass es "schwere militärische Folgen" haben würde, sollte Nordkorea künftig einen Angriff auf die USA oder seine Partner starten.

Hat auch China das Nachsehen?

Doch es ist nicht nur Nordkorea, das durch das Zusammenrücken der USA und Japan stärker unter Druck gerät. Auch für China könnte sich der intensivere Schulterschluss nachteilig auswirken. Denn im Zuge des engeren Bündnisses in Sachen Verteidigung stellten sich die USA auch im Streit um die Senkaku-Inseln im ostchinesischen Meer hinter Japan. Sowohl China als auch Japan beanspruchen die Region für sich. Die USA unterstrichen nun die Besitzansprüche Japans auf die Inselgruppe, alles andere werde Washington nicht hinnehmen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. August 2017 um 08:45 Uhr.

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