Die Hinrichtungskammer im Staatsgefängnis von Oklahoma. | Bildquelle: AP

Todesstrafe in den USA Zahl der Hinrichtungen geht weiter zurück

Stand: 31.12.2015 18:24 Uhr

In den USA ist die Zahl der Hinrichtungen in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesunken. Nach Angaben der in Washington ansässigen Organisation "Informationszentrum Todesstrafe" wird diese Strafe in den USA immer mehr zum Auslaufmodell.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

28 Menschen wurden in diesem Jahr in den USA hingerichtet. Das ist die niedrigste Zahl seit 1991, betont das "Informationszentrum Todesstrafe". Zum Vergleich: 1999 waren in den USA 98 Menschen hingerichtet worden, fast vier Mal so viele wie in diesem Jahr.

Als positives Zeichen wertet die Organisation, dass immer mehr US-Bundesstaaten die Todesstrafe abschaffen oder keine Hinrichtungen mehr vollstrecken. In diesem Jahr waren es nur noch vier Bundesstaaten, die mehr als 90 Prozent aller Hinrichtungen durchführten: Texas, Missouri, Georgia und Florida.

Auch deutlich weniger Verurteilungen

Auch die Zahl der zum Tode Verurteilten sank in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 1970er-Jahre: 49 Menschen wurden in 14 US-Bundesstaaten zum Tode verurteilt. 1996 waren es mehr als sechs Mal so viele.

Für den deutlichen Rückgang gibt es mehrere Gründe: Dank moderner DNA-Tests wurden zahlreiche Todesurteile als skandalöse Fehlurteile entlarvt. Immer mehr Pharma-Hersteller weigern sich, Giftstoffe für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Und auch in der amerikanischen Bevölkerung ist nur noch eine knappe Mehrheit für die Todesstrafe. Ende der 1980er-Jahre waren es noch 80 Prozent.

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